Optimales Wetter, nicht zu warm, nicht zu kalt, trocken. Dazu wie jedes Jahr ein sehr umfangreiches Programm mit Gottesdienst, Musik, Puppentheater, Volkstanz, Breakdance, Trampolinspringen, Kistenklettern, jeder Menge kulinarischen Genüssen und noch viel mehr.  Hinzu kamen zahlreiche Kaufangebote aus den Werkstätten der Bruderhaus-Diakonie, mit Schmuck, Schönem für Haus und Garten, Büchern, Flohmarktartikeln, Klanghölzern, hübschen Kissen, angenehmen Düften oder gar schon mit warmen Socken für den nächsten Winter. Alles war möglich im weitläufigen Gelände zwischen ehemaligen Kasernen und Gaisbühl.

Für die Bewohner und die Beschäftigten in dem Gelände war das Jahresfest einmal mehr eine großartige Möglichkeit, sich selbst und die Arbeit zu präsentieren oder auch einfach anderen Menschen zu begegnen. Egal, ob behindert oder nicht. Zu sehen waren in der großen Menschenschar auf dem Bruderhaus-Gelände immer wieder bunte Clowns. Und einmal mehr wurde das jährliche Fest zu einer großartigen Bühne für alle, die sich präsentieren und darstellen wollten.

Möglich war das auch auf dem Gaisbühl, wo neben den Tieren und zahlreichen Ständen mit Gemüse, Eis, Kunstartikeln auch eine Holzbox stand. „Hier kann sich jede und jeder reinstellen, irgendwas oder auch nichts machen“, erläuterte Markus Christ von „Kultur ohne Ausnahme“. Barrierefrei konnte jeder Mensch dort rein – und dann einfach rausschauen. Oder auch ein kleines Theaterstückchen aufführen. „Von jedem Auftritt gibt’s ein Video, die werden dann zusammengeschnitten – und zeigen, wie unterschiedlich die Menschen doch sind“, so Christ. „Und das Ergebnis ist dann im Internet unter ‚kultur-ohne-ausnahme.de‘ zu sehen.“

Die große Bühne beim Jahresfest war aber neben dem großen Zelt, dort gab es neben all den Aufführungen am Nachmittag auch ein Expertengespräch über den „Umgang mit digitalen Medien – aber richtig“. Ein Thema, das alle betrifft, nicht nur Jugendliche. Die wachsen zwar mit den neuen Medien auf, „haben aber keinerlei Bewusstsein für Datenschutz“, berichtete Peter Hettler von der Oberlin-Jugendhilfe. Er habe deshalb ein „Medienscout“-Projekt in den Wohngruppen eingeführt. Eine Teilnehmerin war Chiara, die bei der 20stündigen eher spielerischen Schulung dabei war. Die Aufklärung über die Gefahren im Internet ohne erhobenen Zeigefinger fand sie gut, ebenso wie ihre jetzige Tätigkeit als Medienscout.

Peter Sommerhalter vom „Bündnis gegen Cybermobbing“ betonte, dass „digitale Medien weder Fluch noch Segen“ seien, sondern vielmehr „ein Werkzeug, bei dem es drauf ankommt, was man damit macht“. Cäcilia Lutz betonte als Leiterin Jugendhilfe Region Reutlingen, dass „Medienpädagogik Teil der Pädagogik der Oberlin-Jugendhilfe“ sei. Dabei gehe es „darum, Risiken zu erklären, um den sicheren Umgang mit Medien sowie vor Gefahren zu warnen“, so Lutz.

Schulsozialarbeiterin Doris Lidl wies auf die Auswirkungen von Cybermobbing hin, Sommerhalter sagte dazu: „Wir haben eine Hotline, vorrangig geht es nicht um rechtliche Fragen, sondern darum, dass es den Opfern und dem Umfeld schnell besser geht.“ Michaela Stoeckl, bei der Bruderhaus-Diakonie für Datenschutz zuständig, betonte, dass das Recht auf das eigene Bild auch schon vor der neuen Datenschutzverordnung bestand. Und Verena Münch, Referentin der Altenhilfe, wies auf die zahlreichen Vorteile der neuen Medien auch für Senioren hin – um etwa in Kontakt mit den Kindern bleiben zu können. Oder um mit mehr Sicherheit in den eigenen vier Wänden bleiben zu können.

Eine gemeinnützige Stiftung


Die Bruderhaus-Diakonie, eine gemeinnützige Stiftung, ist in 15 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg tätig und betreut und begleitet rund 10.000 Menschen. Die Bruderhaus-Diakonie ist in den Geschäftsfeldern Altenhilfe, Behindertenhilfe, Jugendhilfe und Sozialpsychiatrie tätig. Bei der Bruderhaus-Diakonie und ihren Töchtern arbeiten rund 4000 Mitarbeitende. Die Bruderhaus-Diakonie hat eine über 150-jährige Geschichte und lebt in lebendiger Tradition des Gründers Gustav Werner.