Es ist ein beeindruckendes Trio, für das die Eninger richtig viel Geld ausgeben: Die Schillerschule, das Feuerwehrhaus und das Freibad bringen insgesamt Investitionen in Höhe von knapp 15 Millionen Euro mit sich. Einen erklecklichen Anteil davon hat die Gemeinde im Haushaltsplan 2019 untergebracht, den die Verwaltung am Donnerstagabend der Öffentlichkeit präsentierte und in dem auch der soziale Wohnungsbau nicht zu kurz kommt. Dass die Eninger für diese Vorhaben ihre Rücklagen angreifen müssen, die sich momentan zwar noch auf zehn Millionen Euro belaufen, aber Ende des kommenden Jahres um die Hälfte zusammengeschrumpft sein werden, gefällt offenbar nicht jedem. „Während die einen die Gemeinde für ihren Optimismus und Mut lobten, befürchteten die anderen, sie könne sich angesichts der Investitionen finanziell und personell übernehmen“, erklärte Bürgermeister Alexander Schweizer mit Blick auf den Sommer 2018, in dem der Startschuss für alle drei Großvorhaben gefallen ist. „Ich denke, in beiden Positionen liegt etwas Wahres“, gestand Schweizer ein, der davor warnte, sich zu verzetteln.

„Die sorgfältige Umsetzung der bereits begonnenen Großvorhaben Schillerschule und Freibad erfordert nun unsere ganze Aufmerksamkeit“, betonte der Bürgermeister. Es gibt also viel zu tun in Eningen. Zumal die präzise Feinplanung der Projekte Feuerwehr und Sozial- und Einfachwohnungen ebenfalls nicht vernachlässigt werden dürfe, so Schweizer, der bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstag auch noch eine Mahnung parat hatte. „Jetzt noch zusätzlich neue Projekte anpacken zu wollen, wäre aus meiner Sicht Harakiri oder zumindest fahrlässig“, sagte er mit Blick in die Runde der Kommunalpolitiker und Bürger, aber auch mit Blick auf den Etatentwurf fürs kommende Jahr – der sich allerdings durchaus sehen lassen kann.

Auf 36,76 Millionen Euro beläuft sich das Gesamtvolumen, das sich aufteilt in 27,84 Millionen im Verwaltungs- und 8,92 Millionen im Vermögenshaushalt. Letzterer wird 2019 aufgepolstert durch eine Zuführungsrate in Höhe von satten 4,47 Millionen Euro, die unter anderem außerordentlich hohen Grundstückserlösen zu verdanken ist. „Eine der höchsten der jüngeren Eninger Geschichte“, freute sich Schweizer über die Zuführung.

Doch auch ansonsten gibt’s viel Positives zu entdecken im Eninger Etatentwurf. Denn es sind keinerlei Kreditaufnahmen oder Steuererhöhungen vorgesehen. Und der prognostizierte Schuldenstand fürs Jahresende 2019 ist mit 334 000 Euro einkalkuliert, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von gerade mal 29,58 Euro entspricht.

Was die Einnahmen angeht, rechnet Kämmerer Roland Schwarz mit fünf Millionen Euro bei der Gewerbesteuer und beim Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer mit 7,52 Millionen. Dem stehen auf der Ausgabenseite unter anderem die FAG-Umlage mit 2,95 Millionen Euro und die Kreisumlage mit 3,93 Millionen gegenüber. Dazu kommen noch die Personalausgaben, die mit immerhin 6,16 Millionen Euro zu Buche schlagen, was 22 Prozent des Verwaltungsetats ausmacht.

Jetzt darf man gespannt sein, welche Anträge die Fraktionen im Etat unterbringen können – und ob da doch noch der finanzielle Harakiri, vor dem der Bürgermeister gewarnt hat, lauert.

Der Haushalt in Zahlen

Gesamtvolumen
36,76 Millionen Euro
Verwaltungshaushalt
27,84 Millionen Euro
Vermögenshaushalt
8,922 Millionen Euro
Zuführungsrate:
4,47 Millionen Euro
Kreisumlage:
3,93 Millionen Euro
Personalausgaben:
6,16 Millionen Euro
Einnahmen durch Gewerbesteuer fünf Millionen Euro, durch den Einkommenssteueranteil 7,522 Millionen sowie durch Schlüsselzuweisungen sechs Millionen  Euro

Investitionen:
FFW-Haus zwei Mio. Euro, Kinderhaus/Schillerkindergarten 2,28 Mio., sozialer Wohnungsbau eine Mio.

Schulden: 334 000 Euro, pro Kopf 29,58 Euro