Pfullingen Griechisch-ökumenisch!

Werden zum Ort der mit den Griechen gemeinsam gelebten Ökumene: Die Pfullinger Hallen, in denen der Osterempfang sein wird.
Werden zum Ort der mit den Griechen gemeinsam gelebten Ökumene: Die Pfullinger Hallen, in denen der Osterempfang sein wird. © Foto: Archiv
EVELYN RUPPRECHT 01.04.2015
Vor fünf Jahren war der bislang letzte Ökumenische Osterempfang in den Pfullinger Hallen. Am 19. April soll nun wieder einer sein - diesmal allerdings nicht ohne die Griechen.

Bislang war die griechisch-orthodoxe Gemeinde außen vor, wenn in Pfullingen ökumenisch gefeiert wurde - zumindest beim Osterempfang der Kirchen. Das soll sich jetzt ändern. Denn, so Dekan Hermann Friedl, der turnusgemäß gerade erst den Vorsitz im Ökumenischen Arbeitskreis der Pfullinger Kirchen übernommen hat, "die griechisch-orthodoxe Gemeinde hat bei uns mehr Mitglieder als die evangelisch-methodistische" - und die war, zusammen mit der katholischen und der evangelischen, bis dato immer mit dabei beim gemeinsamen Empfang zur Osterzeit.

250 Mitglieder haben die Evangelisch-Methodistischen in Pfullingen, 300 "recht aktive Gemeindeglieder", so Friedl, die Griechisch-Orthodoxen. Da sei es doch angeraten, die mit ins Boot zu nehmen. Nicht etwa, weil die Helenen derzeit - vor allem aus gesamt-europäischer Sicht - nicht wirklich gut dastehen und man sich auf Kirchenseite solidarisch zeigen will mit den gebeutelten Mit-Christen. "Nein," sagt der Dekan, "das ist es nicht." Das Bekenntnis zur griechischen Gemeinde laufe "eher zufällig zeitlich parallel". Und begründet sich eben in deren zahlenmäßiger Präsenz in Pfullingen.

Was die vier Gemeinden, die nun in der "Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen" zusammen organisiert sind, am Abend des 19. April planen? Zum einen den Ökumenischen Osterempfang, der um 18 Uhr in den Pfullinger Hallen beginnt. Zum anderen einen Vortrag, den der Schweizer Theologe und Autor Pierre Stutz halten wird. "Beherzt leben - Vom Glück der Unvollkommenheit" ist sein Thema. Griechische Musik, klassische Töne von "Saxofon mit Flügel" und ein Imbiss folgen im geselligen Teil des Abends, der "ein starkes Zeichen der ökumenischen Verbundenheit für die Jahre 2015 bis 2017" setzen soll. Wobei es bei diesem einen gemeinsamen Event nicht bleiben soll. Eine ökumenische Reise "Auf den Spuren Martin Luthers" wird vom 4. bis 8. Mai 2016 folgen - dies mit Blick auf 500 Jahre Reformation. Und danach, vom 14. bis 16. Juli 2017, gibt's eine Neuauflage des Ökumenischen Stadtkirchentags, der 2013 in Pfullingen Premiere hatte.

Weil eben dieser Stadtkirchentag den Gemeinden 2013 so viel Arbeit bereitet hat und weil genau um diese Zeit herum mehrere Pfarrstellen umbesetzt worden sind, sind übrigens auch die Osterempfänge, die 2012 und 2014 hätten sein sollen, ausgefallen. Womit jetzt zwar der zweijährliche Rhythmus dahin wäre - aber die Ökumene lässt sich davon nicht irritieren. Oder wie es in der Einladung zum Empfang heißt: "Wir freuen uns auf Sie, denn geteilte - auch österliche - Freude, ist doppelte Freude."