Reutlingen Greenpeace protestiert gegen CETA und TTIP

Reutlingen / SWP 30.07.2016

 Mitglieder der Münsinger Greenpeace-Gruppe fordern am heutigen Samstag ab 10 Uhr an der Reutlinger Nikolaikirche von EU-Abgeordneten ein klares „Nein“ zu CETA und TTIP. Mit lebensgroßen Plakaten der regionalen EU-Abgeordneten Inge Gräßle (CDU) und Norbert Lins (CDU) informieren die Freiwilligen über deren Möglichkeit, CETA und TTIP noch zu verhindern. Das kanadisch-europäische Handelsabkommen CETA ist fertig verhandelt und soll in diesem Jahr verabschiedet werden. Am Infostand können Bürger die Positionen ihrer Abgeordneten direkt von diesen erfragen, indem sie ihnen Postkarten mit Fragen zu CETA schicken. Wer ein direktes Zeichen gegen die Abkommen setzen möchte, kann einen Aufkleber mit einer persönlichen Stellungnahme auf den Plakaten hinterlassen, die den Vertretern im Anschluss an die Aktion überreicht werden.

Trotz weitreichender Veränderungen wurde das Abkommen geheim verhandelt. Wie eine repräsentative TNS-Emnid Umfrage im Auftrag von Greenpeace zeigt, stehen viele Bürger CETA mit Skepsis gegenüber oder können sich nicht klar positionieren. 48 Prozent der Befragten lehnen das Abkommen ab oder wollen Nachverhandlungen, während 40 Prozent keine Angabe machen konnten. „Wir brauchen eine Debatte über das CETA-Abkommen zwischen den Bürgern und den politischen Entscheidungsträgern“, so Peter Schultze.

Während CETA kurz vor der Abstimmung steht, steckt TTIP noch mitten in den Verhandlungen. Das Abkommen zwischen den USA und der EU ist auch wegen der intransparenten Verhandlungen umstritten. 79 Prozent der von TNS-Emnid Befragten  bejahten die Frage, ob die Texte der weiteren TTIP-Verhandlungen veröffentlicht werden sollten. TNS-Emnid befragte vom 22. bis 23. Juli bundesweit 1005 Menschen. Anfang Mai hatte Greenpeace 248 Seiten zuvor geheimen Verhandlungstext veröffentlicht und damit eine breite Debatte  ausgelöst.

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