Eningen Gollers "bunte Truppe"

Ehrungen für Dienstjubiläen erhielten bei der Feuerwehr Eningen für 40 Jahre Rolf-Jürgen Heer, Gunter Hespeler, Thomas Hummel, Horst Reinhardt, Volker Röhm, Michael Hummel und Jürgen Lotterer. Marcus Merz und Rudolf Reinhardt wurden für 65 Jahre bei der Eninger Wehr mit Applaus überschüttet.
Ehrungen für Dienstjubiläen erhielten bei der Feuerwehr Eningen für 40 Jahre Rolf-Jürgen Heer, Gunter Hespeler, Thomas Hummel, Horst Reinhardt, Volker Röhm, Michael Hummel und Jürgen Lotterer. Marcus Merz und Rudolf Reinhardt wurden für 65 Jahre bei der Eninger Wehr mit Applaus überschüttet. © Foto: Angela Steidle
ANGELA STEIDLE 31.03.2015
95 Einsätze, Tunnelausbildung, Großübungen, ein neues Löschfahrzeug, vier Neuzugänge und ein hoher Leistungsstand bestätigen das Selbstverständnis einer Eninger Wehr ohne Nachwuchssorgen.

Novum in der 160-jährigen Geschichte der freiwilligen Feuerwehr war ein Antrag zur Neuwahl des stellvertretenden Kommandanten: Zugführer Michael Kaupp hatte 2014 das Amt kommissarisch von Marco Sautter übernommen und sollte bei der Hauptversammlung bis zum Einstieg in den normalen Wahlturnus bestätigt werden. Kamerad Andreas Bögel schlug Heiko Seibold als zweiten Stellvertreter vor, wahlweise als weiteren Kandidaten. Der Antrag auf einen zweiten stellvertretenden Kommandanten wurde mit 35 zu 22 Stimmen abgelehnt, Michael Kaupp mit 35 zu 20 Stimmen von der Einsatzabteilung zum ordentlichen Stellvertreter von Boris Goller gewählt.

"Ich hoffe, dass ich euch in nächster Zeit erreichen kann", nahm Michael Kaupp seine Wahl an. "Die Stimmung war hier schon angespannter", kommentierte Kreisbrandmeister Hartmut Holder aus Metzingen, "behaltet den guten Weg bitte bei". Eine Feuerwehr könne man mit wenigen kleinen Dingen in heftige Diskussion versetzen, meinte Holder mit Blick auf den "legeren Look der sehr bunten Truppe" im Ratssaal.

Thema bei der Hauptversammlung war ein weiteres Mal die Beschaffung neuer Ausgehuniformen. Der Gemeinderat hatte die Ausgaben in Höhe von 10 000 Euro vertagt. Im Jahr 2014 hat die Eninger Feuerwehr Geräte und Ausrüstung in Höhe von 80 000 Euro beschafft. Das neue Löschfahrzeug, so Kommandant Boris Goller in seinem Bericht, sei für 400 000 Euro eine Investition in die nächsten 25 Jahre. Im Mai wurde zusammen mit einem externen Spezialisten ein Feuerwehrbedarfsplan in Angriff genommen, der jetzt fertig auf dem Tisch liegt.

Bürgermeister Alexander Schweizer bedankte sich im Namen der Bevölkerung für den Einsatz der Wehr: "Alles, was für die einsatztechnische Effizienz und die Sicherheit der Mannschaft nötig ist, wird selbstverständlich bereit gestellt. Die Uniformen kommen 2016".

Die Freiwillige Feuerwehr Eningen rückte im letzten Jahr 95 Mal aus, im Vergleich zu 516 Einsätzen im Hageljahr 2013. Insgesamt liefen bei den 67 Aktiven 2582 Einsatzstunden auf. Die Jugendfeuerwehr besteht derzeit aus 18 Mitgliedern.

Goller hob einen Einsatz besonders hervor: Im November kam es zu einem Brand im Hotel Garni beim Rathaus, bei dem 20 Menschen evakuiert werden mussten: "Beim Eintreffen an der Einsatzstelle kam uns schon ein Schwerstbrandverletzter entgegen, der sich in letzter Sekunde hatte retten können. Weitere Brandverletzte befanden sich noch im Haus. Die ersten Einsatzkräfte im Haus unter Atemschutz waren lauter junge Kameraden. Genau die Kameraden, waren direkt zuvor bei einem schweren Verkehrsunfall".

Die Feuerwehr nahm 2014 bei einem Großevent ihr neues Löschfahrzeug LF 20 in Empfang, das im selben Jahr bereits wichtiger Bestandteil bei der "Tunnelausbildung" war. Im Hinblick auf die Eröffnung des Scheibengipfeltunnels im Jahr 2017 legte die Wehr einen Schwerpunkt auf die Brandbekämpfung und Menschenrettung in "unterirdischen Verkehrsanlagen". Eningen rückt im Alarmfall beim Reutlinger und Pfullinger Straßentunnel nach.