Die Verbreitung des Labels „Gesund im Betrieb“ im Landkreis Reutlingen geht zügig voran. Jetzt wurden im Landratsamt Reutlingen 15 weitere Betriebe ausgezeichnet, bei der Premiere im vergangenen Jahr waren es  fünf gewesen. Die feierliche Überreichung der Urkunde, die es erlaubt, das Label „Gesund im Betrieb“ zu führen, fand im Beisein von führenden Vertretern des baden-württembergischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, der Labelgeber und der Öffentlichkeit im Landratsamt Reutlingen statt.

Ausgezeichnet wurden Daniela Sass Ergotherapie sowie Schreinerei Reihling in Hohenstein-Bernloch, Gärtnerei Hespeler in Wannweil, Gemeindeverwaltung Grafenberg, Hofgut Hopfenburg in Münsingen, Haid Reha in Engstingen-Haid, Hotel Schönbuch in Pliezhausen, Physio Bittner-Wysk Team in Eningen und Voestalpine Automotive Components GmbH in Dettingen. In Reutlingen waren es Juwelier Depperich GmbH & Co. KG, MT-Mayer, Sonnenlädle, Stadthalle Reutlingen GmbH, T.K.S. Telefon-Kunden-Service GmbH und die Zahnarztpraxis Dr. med. Birgit Weyler. Seit 2015 bietet die Kommunale Gesundheitskonferenz im Kreis mit ihren Kooperationspartnern AOK – Die Gesundheitskasse Neckar-Alb, Handwerkskammer, IKK-classic und Deutsche Rentenversicherung kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) die Möglichkeit, das Label „Gesund im Betrieb“ zu erhalten.

Das kostengünstige, regionale Konzept gibt Betrieben die Chance, gesunde Strukturen in den Betriebsablauf zu integrieren. Mit dem Kreisgesundheitsamt begutachtet die Unternehmensleitung Aspekte des Arbeitsschutzes, der Arbeitssicherheit und der Gesundheitsförderung. Zudem umfasst das Konzept Gespräche mit der Belegschaft.

So werden sowohl der Ist-Zustand und der mögliche Bedarf sowie Stärken und Schwächen des Unternehmens ermittelt. Dann werden drei nachhaltige Maßnahmen definiert, die kontinuierlich umgesetzt werden. Dafür erhält das Unternehmen für drei Jahre die Berechtigung, das Label „Gesund im Betrieb“ zu tragen. Interessierte Betriebe können sich bei der Geschäftsstelle der Kommunalen Gesundheitskonferenz im Landkreis Reutlingen informieren.

„Präventive Maßnahmen werden in Betrieben immer wichtiger, damit Beschäftigte bei längerer Lebenszeit gesund den Ruhestand erreichen können ‒ insbesondere bei kleinen und mittelständischen Unternehmen, die eine wichtige Rolle in unserer regionalen Wirtschaft einnehmen“, erklärt Andreas Bauer, Kreissozialdezernent.

Und Toni Bessner, Geschäftsbereichsleiter der Handwerkskammer Reutlingen, fügt hinzu: „Die Handwerkskammer freut sich, dass Betriebe aus unterschiedlichsten Branchen sich für die Teilnahme am Label „Gesund im Betrieb“ entschieden haben und neben Handwerksbetrieben selbst größere Betriebe das Label wertschätzen und mit der Teilnahme von Firmen-Abteilungen ihren Prozess des Betrieblichen Gesundheitsmanagements nachhaltig stärken können.“

„Eine Win-Win-Situation für den Betrieb als auch die Beschäftigten: Gesundheit als ein wertvolles Gut für den Einzelnen und eine wirtschaftliche Ressource für den Betrieb“, sagt Herbert Raach, Regionalgeschäftsführer der IKKclassic. Richard Scherer, Leiter Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der AOK Neckar-Alb, führt aus, dass „nach nunmehr fast zwei Jahren Erfahrung mit dem Label „Gesund im Betrieb“ vor allem dank des Interesses und des Engagements der teilnehmenden Betriebe sich eindrucksvoll zeigt, dass es ein wertvolles Werkzeug ist, das zur praktischen Umsetzung von Betrieblichem Gesundheitsmanagement anleitet und motiviert“.

Thilo Präger von der Deutschen Rentenversicherung in Reutlingen meint: „Es zeigt, wie wichtig die systematische Schaffung gesundheitsförderlicher Strukturen und Prozesse und damit verbunden die Befähigung der Beschäftigten zu einem eigenverantwortlichen, gesundheitsbewussten Verhalten ist.“

„Maßnahmen des Arbeitsschutzes sowie auch Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements und der Prävention werden in den Unternehmen umgesetzt. Die umfassende und rechtskonforme Gefährdungsbeurteilung bildet die Basis für diese Aktivitäten. Der Landkreis Reutlingen ist hier auf dem richtigen Weg“, bestätigt Dr. med. Gerhard Bort, stellvertretender Referatsleiter im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes.