Reutlingen Geschichtsverein: "Zigeuner" in Deutschland

Reutlingen / SWP 26.01.2015

Am 27. Januar jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 70. Mal. Aus diesem Anlass lädt der Geschichtsverein Reutlingen zusammen mit der Volkshochschule zum Vortrag von Prof. Paul Münch über die Geschichte der Sinti und Roma im deutschen Südwesten ein.

Die Geschichte der "Zigeuner" in Deutschland ist beispiellos. Der Vortrag beleuchtet die 600-jährige politische und gesellschaftliche Ausgrenzung der heute so genannten "Sinti und Roma", die während der NS-Zeit in großer Zahl ermordet wurden. Doch er erinnert auch an Phasen der Integration und beschreibt die Romantisierung "zigeunerischen" Lebens in Musik und Literatur. Im Unterschied zur Geschichte anderer Minderheiten, etwa der Juden, setzt sich die Ausgrenzung der Sinti und Roma bis in die Gegenwart fort.

Der Referent ist emeritierter Professor für die Geschichte der frühen Neuzeit an der Universität Duisburg-Essen und in den letzten Jahren durch viel beachtete kulturgeschichtliche Publikationen hervorgetreten. Zu seinen aktuellen Arbeitsschwerpunkten zählt die Geschichte des Mensch-Tier-Verhältnisses sowie die Geschichte des fahrenden Volkes im Südwesten.

Info Termin: Montag, 26. Januar, 20 Uhr, Saal im Haus der Volkshochschule; Eintritt: vier Euro (Nichtmitglieder: sechs Euro).