Pfullingen Geschichte auf Knopfdruck

Auf Knopfdruck ertönt mit dem neuen Infotainment-System die Stimme von Museumsleiterin Dorothea Brenner mit fachkundigen Erläuterungen.
Auf Knopfdruck ertönt mit dem neuen Infotainment-System die Stimme von Museumsleiterin Dorothea Brenner mit fachkundigen Erläuterungen. © Foto: Privat
Pfullingen / SWP 27.07.2016
Im Württembergischen Trachtenmuseum wurde für 18 000 Euro ein Infotainment-System sowie ein Selbstbedienungs-Erklärungensystem installiert.

Das  Trachten-Museum wurde 1988 zum 100-jährigen Bestehen des Albvereins mit einer Sammlung bäuerlicher und bürgerlicher Kleidung, also „Trachten“ des 18. bis 20. Jahrhunderts aus dem damaligen „Königreich Württemberg“, eingerichtet in der mit großem ehrenamtlichen Einsatz der Pfullinger Albvereins-Ortsgruppe, dem Lichtensteingau sowie Pfullinger Vereinen umgebauten ehemaligen Baumann’schen Mühle. Die Einrichtung fungiert als Württembergisches Trachten- und Mühlenmuseum, wobei die ehemaligen Wohn- und Lagerräume dem Trachtenteil dienen und die Mühle wieder funktionsfähig gemacht wurde.

Nun  wurde durch eine technische Neuerung im Trachtenmuseum für rund 18 000 Euro ein modernes Infotainment-System für die Museumsbesucher sowie eine Selbstbedienungs-Einrichtung mit sprachlichen Erklärungen installiert. In einer Feierstunde hat der Vizepräsident a.D. und Ehrenvorsitzende des Lichtensteingaues, Günther Hecht, die neue Media-Automatisierungsanlage, die sein Sohn Volker, Geschäftsführer der Firma Elektro Hecht geplant, entwickelt, installiert und programmiert hatte, in Betrieb genommen.

Es ist Günther Hecht wichtig, dass ständig technische Möglichkeiten in Museen eingebaut werden, um nicht nur Gruppen durchs Museum zu führen, um die Exponate zu erklären, sondern auch einzelnen Besuchern oder Kleingruppen genauere Informationen zu vermitteln, die in das neue System von Museumsleiterin Dorothea Brenner eingesprochen wurden. In schlanken Metallsäulen können in den einzelnen Räumen durch kurzen Knopfdruck die Erläuterungen abgerufen werden.

Mit Stolz, so Günther Hecht, könne er zurückblicken, dass er es mit dem Albverein ermöglichen konnte, das Biosphärengebiet vor über zehn Jahren mitzugestalten und den Zweiflern zu sagen: „Die Früchte kommen später.“ Jetzt hat die Biosphärenverwaltung in der Außenstelle Pfullingen zum zweiten Mal die Kosten für die technische Aufrüstung übernommen. Hecht dankte dafür Tobias Brammer von der Biosphärenverwaltung.

Bürgermeister Michael Schrenk zeigte sich stolz „auf’s Museum mit dieser einmaligen historischen Sammlung“. Er dankte Hecht für das Einbringen von Ideen und „für’s Geld beschaffen“. In den Museen haben heute solche technischen Geräte große Bedeutung.

Das Trachtenmuseum sei ein Aushängeschild für Pfullingen, den Albverein und das Biosphärengebiet, so Gauvorsitzender Thomas Keck. Er dankte seinem Amtsvorgänger Günther Hecht sowie Museumschefin Dorothea Brenner und allen Mithelfern für die Idee und Bereicherung. Und in seinem Ortsmuseum „Im Dorf Betzingen“, das ja auch der Albverein umtreibt, wäre eine derartige Technik ebenfalls angemessen.