Reutlingen Genossen stehen hinter Thomas Keck

Reutlingen / Von Carola Eissler 01.12.2018

Die SPD hat ihren OB-Kandidaten: Thomas Keck, der Betzinger Bezirksbürgermeister und langjährige Stadt- und Kreisrat. Mit einer klaren Mehrheit von fast 90 Prozent beschloss die Mitgliederversammlung, Thomas Keck als ihren OB-Kandidaten für die Wahl am 3. Februar zu unterstützen. Steinig war der Weg, gestern Abend bei der Nominierung hat es wohl nochmals kräftig Zoff gegeben. Aus gutem Grund tagte die SPD hinter verschlossenen Türen und gab am späten Abend eine Erklärung ab.

Von einer sehr gut besuchten Mitgliederversammlung, sprach der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Boris Niclas-Tölle.

In seiner Rede, in der Thomas Keck um die Unterstützung der Partei warb, betonte er, dass er für die Zukunft Reutlingens stehen wolle. Insbesondere die Herausforderungen wachsender Verkehrsprobleme und mangelnden Wohnraums müssten gelöst werden. Er wolle einen Wahlkampf führen, der die Menschen begeistere, weil auch er selbst mit Begeisterung die Stadt Reutlingen voranbringen wolle: „Ich bin bereit, der Wahlkampf beginnt jetzt,“ so Keck laut einer Mitteilung der SPD, die am Abend noch an die Öffentlichkeit ging.

Vor der Abstimmung hatten die Genossen „über die Vorgänge der vergangenen Woche diskutiert“, wie es in der SPD-Erklärung heißt. Niclas-Tölle betonte dabei die Geschlossenheit der Partei: „Wir haben uns ausgesprochen. Nun haben wir den Kandidaten nominiert und werden uns mit ganzer Kraft gemeinsam für seinen Erfolg einsetzen. Thomas Keck ist ein starker, authentischer Kandidat, er ist in der ganzen Stadt bekannt und beliebt. Ich bin mir sicher, dass er das Rennen machen kann.“

Mächtig ins Schlingern geraten ist das SPD-Schiff in den vergangenen Wochen. Eine Findungskommission hatte zunächst Philipp Riethmüller, den persönlichen Referenten der Baubürgermeisterin Ulrike Hotz, als ihren Kandidaten präsentiert. Oder besser gesagt, präsentieren wollen. Denn bereits im Vorfeld hatte Thomas Keck sein Interesse angemeldet. Und sich von der Kommissions-Entscheidung nicht beirren lassen. Keck ging an die Öffentlichkeit und verlangte ein SPD-Mitgliedervotum. Riethmüller sprang daraufhin ab.

Die OB-Wahl könne nur in der Mitte der Bürgerschaft gewonnen werden, hatte Keck in einem Brief an die Findungskommission Anfang November geschrieben. Und: Der hauptamtliche Geschäftsführer des Mieterbundes Reutlingen-Tübingen machte deutlich, dass er sich nicht mehr so einfach ausbooten lassen will, wie dies bereits vor acht Jahren bei der Nominierung von Nils Schmid als Landtagskandidat geschehen ist.

Keck kann auf große kommunalpolitische Erfahrung verweisen. Seit 19 Jahren sitzt er im Kreistag, seit 24 Jahren wirkt er als Stadtrat in Reutlingen. Seine Heimatverbundenheit zeigt der 55-Jährige nicht nur durch sein kommunalpolitisches Engagement, sondern auch als langjähriges Mitglied des Schwäbischen Albvereins und Vizepräsident in dessen Vorstand.

Das Bewerberkarussell

Der CDU-Kandidat spaziert schon seit Wochen durch Reutlingen und kommt bei Vor-Ort-Terminen mit Bürgern ins Gespräch (so auch heute wieder), die SPD hat nun, nach einigen Turbulenzen, in Thomas Keck auch ihren Favoriten gefunden. Bei den Grünen dauert es noch bis Montag. Nach der Pattsituation zwischen Cindy Holmberg und Holger Bergmann sollen die Mitglieder am Abend in einer öffentlichen Versammlung neu entscheiden.

Immer noch am Überlegen ist derweil der Sozialbürgermeister von Leinfelden-Echterdingen und FDP-Wunschkandidat Carl-Gustav Kalbfell, dessen Name sehr früh ins Spiel kam. Bis Weihnachten will er sich entscheiden.

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