Eningen/Reutlingen Gemeinderäte schauen in die Röhre

Stilecht ausstaffiert: Die Eninger Kommunalpolitiker im Tunnel vor Ort.
Stilecht ausstaffiert: Die Eninger Kommunalpolitiker im Tunnel vor Ort. © Foto: Privat
Eningen/Reutlingen / SWP 08.07.2014
Am Mittwoch haben sich die Gemeinderäte sowie Mitglieder der Kommunalverwaltung der Achalmgemeinde vor Ort über den Fortgang der Bauarbeiten am Scheibengipfeltunnel informiert.

Nachdem die bergmännischen Arbeiten nun abgeschlossen und das Tunnelprofil auf ganze Länge ausgebrochen ist, arbeiten sich die Mineure rückwärts - also wieder Richtung Nordportal - durch den Tunnel, um die so genannte "Strosse", den Gesteinsabsatz zwischen dem oberen Gewölbe und dem unteren Teil der Tunnelwand, auszubrechen und den Tunnel auf seine geplante Höhe von zehn Metern zu bringen.

Gleichzeitig entsteht bereits die 40 Zentimeter dicke, betonierte und wasserdichte Innenschale des Tunnels. Diese Arbeiten erfolgen von Süd nach Nord, wobei ein Schalwagen zuerst das Fundament in Zehn-Meter-Abschnitten betoniert. Anschließend wird mit Hilfe einer riesigen Vorrichtung die Innenschale in einzelnen Zehn-Meter-Segmenten betoniert, von insgesamt 190 Elementen sind 25 hergestellt. Bis Mitte kommenden Jahres werden diese Arbeiten dauern.

Beeindruckt zeigten sich alle Besucher aus Eningen über die Dimensionen der verbauten Mengen an Baustahl, Zement und Zuschlagstoffen, die in den kommenden Monaten im Tunnel verbaut werden, aber auch über die parallel stattfindenden Bauarbeiten, die derzeit am Südportal auf Hochtouren laufen. Hier kann in Kürze die Umfahrung der Baustelle aufgehoben und der Verkehr auf die neue Trasse samt Brücke verlegt werden.

Einig war man sich, dass die Vollendung dieses 100-Millionen-Projekts bis zum Jahr 2017 die enormen Verkehrsströme in der Eninger Ortsmitte deutlich entlasten dürfte. Diese Perspektive sowie der bislang reibungslose Baufortschritt machen die gegenwärtige Belastung der Eninger Ortsdurchfahrt zumindest einigermaßen erträglich.

Etwas enttäuscht "in die Röhre geschaut" haben die Teilnehmer jedoch buchstäblich, als die Mitarbeiter des Regierungspräsidiums Tübingen eine unerfreuliche Mitteilung machten: Die für das Jahr 2015 vorgesehenen Arbeiten zur Teilsanierung der L 380, Würtinger Steige, mit gleichzeitigem Neuanschluss des Freizeitgeländes Obtal können wegen knapper Finanzmittel dort erst im Jahr 2016 erfolgen.

Die Gemeinde Eningen will dennoch den Fortgang der gemeinsamen und zugleich überörtlich bedeutsamen Bauprojekte auch weiterhin nach Kräften unterstützen.