Reutlingen Gefahr durch Fracking

Reutlingen / SWP 28.03.2014
Bei der Hauptversammlung desBUND-Kreisverbands standen das Thema "Fracking" sowie die Aktivitäten im vergangenen Jahr im Mittelpunkt.

Zu Beginn der Mitgliederversammlung des BUND berichtete Annamaria Waibel vom BUND Pfullendorf in ihrem Vortrag über das "Fracking", heißt es in einer Mitteilung des BUND. In Oberschwaben und im Bodenseegebiet trifft die Gasindustrie Vorbereitungen, um Erdgas durch diese umstrittene Methode zu fördern. Beim Fracking wird Methan, das zunächst fein verteilt in bestimmten Gesteinsschichten vorliegt, an die Erdoberfläche geholt, indem ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien mit sehr hohem Druck in den Untergrund gepresst wird. Dadurch entstehen bis zu drei Kilometer lange Risse und Spalten im Gestein, in denen sich das Gas sammelt und abgepumpt werden kann. Große Mengen der Chemikalien verbleiben im Gestein und können zusammen mit freigesetztem Gas ins Grundwasser und in Gewässer gelangen und damit das Trinkwasser verunreinigen.

Aus diesem Grund und wegen weiterer, kaum kalkulierbarer Umweltgefahren wird Fracking von den Umweltverbänden strikt abgelehnt. Annamaria Waibel betonte, dass auch die Menschen in Reutlingen wie in weiten Teilen Baden-Württembergs davon betroffen sein könnten, weil für das Einzugsgebiet des Bodensees und sogar für Flächen unter dem See Konzessionen für die Erkundung bereits vergeben sind. Über vier Millionen Menschen im ganzen Land werden mit Bodenseewasser versorgt.

Auch im Hinblick auf den Klimawandel und die Energiewende ist die Förderung zusätzlicher fossiler Brennstoffe kontraproduktiv. Daher formiert sich vor allem in den betroffenen Gebieten der Widerstand der Bevölkerung. Ein wichtiges Problem dabei sei das veraltete Bundesbergrecht, das ein Vorgehen gegen die Konzessionsvergabe sehr schwierig macht, merkte Waibel an.

In der eigentlichen Jahreshauptversammlung berichtete der langjährige Vorsitzende Rainer Blum ausführlich über die vielen Projekte der Umwelt- und Naturschutzarbeit des Kreisverbands. Die Aktivitäten umfassten ein sehr breites Spektrum nicht nur im Natur-, Arten-, Biotop- und Landschaftsschutz, der Umweltbildung und -beratung, sondern auch in vielen anderen Bereichen des Umweltschutzes wie Verkehrspolitik, Energiewende, Klimaschutz und Müllvermeidung.

Schnell und unkompliziert sowie ohne personelle Veränderungen ging auch die Wiederwahl des gesamten Vorstands und der Beisitzer über die Bühne.

Der Jahresbericht 2013 sowie das Jahresprogramm 2014 des BUND-Kreisverbands können im Naturschutzzentrum Reutlingen abgeholt, über die E-Mail-Adresse angefordert oder von www.bund-reutlingen.de heruntergeladen werden. Weitere Informationen zum Thema Fracking finden sich zum Beispiel unter pfullendorf.bund.net.