Betzingen Garant für qualitativ hochwertigen Chorgesang

Die Geehrten der Betzinger Sängerschaft bei der Matinee in der Zehntscheuer. Foto: Jan Zawadil
Die Geehrten der Betzinger Sängerschaft bei der Matinee in der Zehntscheuer. Foto: Jan Zawadil
Betzingen / JAN ZAWADIL 30.04.2012
175 Jahre sind ein stolzes Alter. Weil aber nicht jeder Verein auf eine derart lange Geschichte zurückblicken kann, feierte die Betzinger Sängerschaft den Auftakt ihres Jubiläumsjahrs gestern in der Zehntscheuer.

"Es gibt Vereine, da geht man hin. Es gibt Vereine, da geht man gern hin - und es gibt Vereine, da geht man sehr gerne hin", erklärte Irmgard Naumann, Präsidentin des Chorverbands Ludwig Uhland, gestern Vormittag im Verlauf der Jubiläums- und Ehrungsmatinee der Betzinger Sängerschaft. Ins Betzinger Schmuckstück, in die Zehntscheuer, sei sie allerdings sehr gerne gekommen. Sei die Sängerschaft doch unter anderem ein Garant für qualitativ hochwertigen Chorgesang.

Dass Irmgard Naumann damit richtig lag, bewiesen die Sängerinnen und Sänger der Betzinger Sängerschaft eindrucksvoll. Denn zum Auftakt ihres Jubiläumsjahrs hatte Chorleiter Martin Künstner ein buntes Programm zusammengestellt, das beispielsweise mit dem Lied "Die Julischka aus Budapest" von der Operette bis zur Volksweise reichte.

Dennoch standen bei der Matinee die Glückwünsche im Mittelpunkt. Nachdem Bezirksbürgermeister Thomas Keck Bob Dillon zitiert hatte und durchs Programm führte, hob Kulturamtsleiter Dr. Werner Ströbele aufs Alter der Sängerschaft ab. Schließlich habe das den Verein zu einem der frühen Organe im Land gemacht. Wobei die Geschichte schillernd sei und die Sängerschaft auch während der Matinee gezeigt habe, was sie könne und auch damit Akzente im Kulturleben setze.

Weil Gesang trotzdem weit mehr als reiner Spaß ist, beleuchtete Verbandspräsidentin Irmgard Naumann auch die psychologische Seite: "Singen ist ein Grundbedürfnis des Menschen und erfasst ihn ganz." Denn mit Gesang würden sich nicht nur Gefühle ausdrücken lassen, es sei darüber hinaus gesund, weshalb sie mit einem Augenzwinkern forderte, die Praxisgebühr für Sänger abzuschaffen.

Zudem, so Irmgard Naumann, würden Chorsänger für den guten Namen einer Gemeinde stehen. Letztlich sei das Singen aber nie Selbstzweck. Seien doch ohne den Gesang festliche Anlässe nicht vorstellbar. Und als sei das noch nicht genug, würden die Chöre Vorbildliches in Sachen generationenübergreifendem Miteinander sowie der Integration leisten.

Weil das genauso für die Betzinger Sängerschaft gilt, ließ es das Geburtstagskind auch nicht nur bei Worten bewenden. Im Anschluss an die Matinee hatte der Verein nämlich noch zum Mittagessen sowie zu nachmittäglichen Gaumenfreuden eingeladen, bei denen die Albvereinsmusikanten aufspielten.