Engagement Fünf wohltätige Kilometer im Volkspark

Gutes tun mit dem „Ahmadiyya Charity Walk“ am Start – bei Nieselregen aber bestens gelaunt.
Gutes tun mit dem „Ahmadiyya Charity Walk“ am Start – bei Nieselregen aber bestens gelaunt. © Foto: Jürgen Herdin
Reutlingen / Jürgen Herdin 27.08.2018

Es regnete ein wenig, dies bei ungewohnt kühlen Temperaturen in diesem Jahrhundertsommer. Dennoch nahmen 77 Läufer teil. Für den insgesamt fünf Kilometer langen Parcours – mit Start und Ziel auf der Rennwiese – durch den Volkspark zahlten alle eine nach Alter gestaffelte Teilnahmegebühr, denn es ging erneut um den guten Zweck.

„Der ‚Charity Walk‘ verbindet Bewegung und soziales Engagement mit der Möglichkeit, sich bei gemeinsamer sportlicher Aktivität besser kennenzulernen“, ließ Oberbürgermeisterin Barbara Bosch in ihrem Grußwort wissen. Es gehe dabei nicht in erster Linie um den sportlichen Erfolg, sondern „auch um viele schöne Begegnungen bei der Erfahrung, gemeinsam etwas in Bewegung zu bringen“, so die Rathaus-Chefin weiter.

Der Veranstalter, die muslimische „Ahmadiyya-Gemeinde“ in Reutlingen (AMJ), eine bundesweit für den Frieden und die Völkerverständigung aktive Gemeinde, hatte den nun schon vierten Charity Walk organisiert. Und wie der Name schon sagt, durften dabei die Teilnehmer zwischen acht und 65 Jahren auch gemütlich traben. „Es kamen am Ende 1500 Euro zusammen“, bilanzierte am Samstagnachmittag  der zuständige AMJ-Sekretär Kalib Muneeb.

Die zumeist jungen Männer von „Ahmadiyya“ sind in Reutlingen gut bekannt – und überaus wohl gelitten. Zuletzt waren sie Mitinitiatoren des Fastenbrechers zum Ende des Ramadans Anfang Juni mit über 1000 Muslimen auf dem Reutlinger Marktplatz. Und an jedem Neujahrstag tritt die AMJ-Jugend schon sehr früh auf, um die Pomologie und den Volkspark von Überresten der Böller und Raketen zu säubern. Und das tun sie übrigens zeitgleich bundesweit in vielen Städten.

Der Ahmadiyya Charity Walk ist ebenfalls ein republikweiter Benefizlauf. Mitglieder und Muslime der Majlis Ansarullah Deutschland, einer Unterorganisation der Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland, veranstalten diese Treffen ehrenamtlich seit 2007 – zugunsten von gemeinnützigen Einrichtungen, die auch Kindern helfen sollen.

„Laufen, Begegnen, Helfen.“ – unter diesem Motto stand auch der Walk am Samstag, bei dem AMJ erneut Menschen in Bewegung brachten. Und dabei wollen sie auch den Zusammenhalt in der Gesellschaft insgesamt fördern. Am Anfang stand eine Lesung aus dem Koran: „Siehst du nicht, wie Allah ein Gleichnis von einem guten Wort geprägt hat? Es ist wie ein guter Baum, dessen Wurzeln fest sitzen und dessen Zweige in den Himmel reichen“, sagte der Prediger, bevor es an den Start ging.

Am Ende des Laufs stand fest, dass 1500 Euro zustande gekommen waren. Bedacht wird nun die Inklusiv-Initiative der TSG Reutlingen (früher: Behindertensport) mit 600 Euro. Dort soll das Selbstwertgefühl der Menschen gesteigert werden, auch werde ganz allgemein das soziale Verhalten gefördert, die Selbstständigkeit gestärkt.

Ebenfalls 600 Euro erhält nun die Lebenshilfe Reutlingen, 300 Euro gehen an „Humanity First“, einer internationalen Hilfsorganisation, die in Zusammenarbeit mit der Religionsgemeinschaft Ahmadiyya Muslim Jamaat weltweit in Katastrophengebieten hilft und bedürftige Menschen versorgt.

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