Reutlingen Fröhliche Umtriebigkeit

Eine bunte, fröhliche Gemeinschaft von Menschen aus dem Storlach, dem Vollen Brunnen und aus der Römerschanze, die sich auch kulturell engagieren und sich Minderheiten annehmen, feierte am Samstag rund um den Ententeich an der Mittnachtstraße ihr Stadtteilfest.
Eine bunte, fröhliche Gemeinschaft von Menschen aus dem Storlach, dem Vollen Brunnen und aus der Römerschanze, die sich auch kulturell engagieren und sich Minderheiten annehmen, feierte am Samstag rund um den Ententeich an der Mittnachtstraße ihr Stadtteilfest. © Foto: Jürgen Herdin
Von Jürgen Herdin 03.07.2018

Bei knapp 30 Grad im Schatten, und den gibt es rund um den Ententeich an der Mittnachtstraße zum Glück auch, feierten die Bewohner und viele engagierten Gruppen und Institutionen der Stadtteile Storlach, Voller Brunnen und Römerschanze ein buntes Fest. Dies mit viel Gesang, Tanz, noch mehr Musik, Kulinarischem – und fünf kleinen Flohmärkten.

Die Gemeinde der Katharinenkirche war ebenso beteiligt wie das Jugendhaus Bastille beim nun schon 23. Stadtteilfest am Ententeich, dessen Besucher auch einem Jubiläum applaudierten: Pro Juventa, ebenfalls federführend engagiert wie die große Stadtteilrunde im Norden, begeht heuer sein 25-jähriges Jubiläum.

Dies nutzte deren Geschäftsführer Hans Anton Maier für ein paar Worte, der auch die Stadtteilarbeit im Norden der Stadt lobte. Kurz auch „Pro Juve“ genannt, ist das Unternehmen in der Jugendarbeit aktiv, in der Erziehungshilfe und in der Kindertagesbetreuung aktiv.

Schon kurz nach 14 Uhr füllten sich die Bänke und es gab einen großen Andrang rund um den Entensee. Den Auftakt machte der Kinderchor der Minna-Specht-Gemeinschaftsschule, und auch die ersten Bands der Musikwerkstatt hatten ihren Soundcheck schon gemacht. Den Hauptauftritt hatte am frühen Abend die Gruppe „Mister Five“, einer Blues-, Rock-, Jazz- und Soul Band.

Das Mehrgenerationen-Haus war ebenso beteiligt wie das Wies-Projekt, die Asylinitiative, das Kinderhaus, der Kindergarten Humboldtstraße und das Stadtteilbüro. Nicht zu vergessen BIG, das inklusive Gesundheitsprojekt für Frauen und Mädchen, das einst im Rahmen deren offenen Frauentreffs entstanden war.

Storlach, Voller Brunnen und Römerschanze „waren ja seit den 50er Jahren doch etwas benachteiligte Siedlungen“, weiß Hans Anton Maier. Nach dem Krieg war dort vor allem von der GWG Wohnraum für wenig wohlhabende Familien und Flüchtlinge aus dem Osten entstanden. Heute gibt es dort eine bunte, fröhliche Gemeinschaft von Menschen, die sich auch kulturell engagieren, sich Minderheiten annehmen – und die sich Hand in Hand als Bündnis für die 13 000 Menschen einsetzen, die dort leben.

Und diese Umtriebigkeit und Solidarität manifestierte sich an diesem heißen Samstag erneut. Besonders die Kinder und deren Eltern machten rege von den Angeboten Gebrauch, stöberten durch die kleinen Flohmärkte und ließen sich über die Aktivitäten und Initiativen informieren – so auch über die Unterstützung von Flüchtlingen, ganz speziell für geflüchtete Frauen und Kinder.

„Wir in einem Stadtteil“, also „Wies“: Die Gruppen haben sogar ein eigenes Publikationsorgan, das gibt es so häufig nicht im Lande. „Wir zeigen Flagge mit allem, was wir zu bieten haben“, hieß es vielversprechend im Vorfeld des Fests an dem kreisrunden Tümpel „Ententeich“, der durchaus einmal ausgebaggert und mit frischem Nass befüllt werden könnte.

Und dann war da ja auch noch „Rote grillen Rote“: Nein, der SPD-Gruppierung Nordwest ging es am Samstag beileibe nicht um das heftige Gerangel vor vier Monaten der Sozialdemokraten in Berlin – als sich Sigmar Gabriel und Martin Schulz beharkten. Vielmehr kümmerten sich ein halbes Dutzend Genossen um Rote Würste vom Grill.

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