Klimaneutral bis 2030 und ein 1,5 Grad-konformer Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung. Das waren die Zentralen Forderungen der Fridays For Future (FFF)-Aktivisten am Freitag bei ihrer Kundgebung auf dem Reutlinger Marktplatz anlässlich des 7.  globalen Klimastreiks der Bewegung. Insgesamt in 280 Städten in Deutschland und in über 800 Städten auf der ganzen Welt gab es gestern Aktionen. Mit unterschiedlichen kreativen Protestformen wurde bei allen Aktionen deutlich darauf geachtet, keine Corona-Ansteckungen während den Protesten zu ermöglichen.
Die Reutlinger Ortsgruppe verzichtete daher weitestgehend auf die lauten Unterstützenden, die sonst bei den Aktionen durch die Stadt strömen. Stattdessen war auf dem Marktplatz eine große Leinwand aufgebaut, an der die Aktivisten ihren Protest zum Ausdruck brachten. In dem auf der Leinwand abgespielten Video stellte die FFF-Ortsgruppe ihre Forderungen für Reutlingen und das Land dar. Mit Clips von den vergangenen FFF-Demonstrationen konnte man über die Leinwand die Menschenmassen und die Wut der Aktiven spüren. „Insgesamt eine sehr gelungene Kundgebung“, so Aktivist Jaron Immer.
„Wir möchten mit dieser Kundgebung ein starkes Signal an den Gemeinderat und den Oberbürgermeister senden“. Gemeinderat und OB müssten endlich Politik auf Basis des 1,5 Grad-Ziels in Paris machen, so Malte Höflinger, Mitglied des Organisationsteams. „Wir fordern, dass im Rathaus Klimaschutz ganz oben auf der Agenda steht und sozial gerechte, effektive Maßnahmen so schnell wie möglich umgesetzt werden“. OB Keck solle alle ihm zur Verfügung stehenden Register ziehen, um beim Klimaschutz voranzukommen.Im Hinblick auf die anstehenden Doppelhaushaltsverhandlungen wünschen sich die jungen Aktivisten, dass der Gemeinderat beim Klimaschutz nicht wegschaut und jetzt mutige Entscheidungen trifft, um die Klimakrise und ihre Folgen einzudämmen. Obwohl keine Werbung für die Kundgebung gemacht worden war, fanden sich später noch mehrere Dutzend Protestierende ein. Die Mindestabstände konnten aber gut eingehalten werden.