Jetzt ist es offiziell: Dieser Tage kam endlich das vollständige Programm der Herbstlichen Musiktage Bad Urach heraus, das Faltblatt liegt nun druckfrisch vor. Unter dem Motto „Freundschaft und Liebe“ sind von 30. September bis 7. Oktober auch wieder prominente Gäste dabei – darunter die weltberühmten King’s Singers und die einst hier auf der Alb gegründete Gaechinger Cantorey, aber auch Matthias Goerne, der in Salzburg und New York gefragte Dresdner Bariton, und Wilhelm Schmid, einer der populärsten Philosophen dieser Zeit.

Erstmals seit langem findet sich auch zeitgenössische Musik im Programm – von der Bad Uracher Komponistin Mari Vihmand, die vor Jahren schon einmal das Festival mit einer Beethoven-Hommage  bereichert hat.

 Wilhelm Schmid, der mit seiner „Philosophie der Lebenskunst“ (1998) einen neuen Ton in seiner Branche angeschlagen hat, wird den Festvortrag zur Eröffnung halten (30. September). Das Thema heißt: „Vom Glück der Freundschaft“. Den musikalischen Part wird dazu das Münchner Orange String Quartet beisteuern, das laut Eigenangaben (fast) alles draufhat – „vom Zwiefachen bis zum Hardrock“, von Berio bis Motörhead. Das erste große Konzert des Festivals bestreitet die Gaechinger Cantorey zum Thema 500 Jahre Reformation (1. Oktober). Die Cantorey wurde 1954 von Helmuth Rilling, der am Uracher Seminar ausgebildet wurde, im Albdorf Gächingen gegründet und schreibt sich, wie berichtet, seit der Neuformierung 2016 jetzt barockisierend Gaechinger Cantorey. Unter dem neuen Leiter Hans-Christoph Rademann erklingen Kirchenkantaten von Bach und Telemann.

Zwischen zwei Kammermusik-Matineen (1. und 3. Oktober), die eine mit Festivalchef Florian Prey (Bariton), die andere mit der in Urach wohl bekannten Margarete Joswig (Mezzosopran) ist wieder ein Klavierabend der „Jungen Überflieger“ angesetzt, diesmal mit dem niederländischen Gebrüder-Duo Lucas (20 Jahre alt) und Arthur (24) Jussen (2. Oktober). Das Gespann spielt unter anderem „Night“, ein Stück, in dem der regimekritische türkische Pianist und Komponist Fazil Say eine „traumatische“ Nacht in der Geschichte seines Landes verarbeitet.

Vermutlich weil der Jazzchor Freiburg zur Festivaleröffnung 2016 ein echter Knaller war, hat Florian Prey diesmal den Münchner Rock- und Jazzchor VoicesInTime unter Stefan Kalmer eingeladen (3. Oktober),  über den die „Süddeutsche“ begeistert schreibt: „Es wird gesummt, gezischt, ge-’schuwabwabt’.“

Mit Matthias Goerne kommt dann ein Weltklasse-Bariton nach Urach. Mit den Dresdner Kapellsolisten erklingen Werke von Telemann und Haydn, zudem  Schubert-Lieder, für Orchester arrangiert von Alexander Schmalcz, der als international gefragter Liedbegleiter gilt und an der Leipziger Musikhochschule lehrt (4. Oktober).

Erneut wird es auch Kindertheater geben (5. Oktober) – wieder mit den Puppet Players München, die diesmal ein Stück über die Menschheitsgeschichte zeigen: „Die Arche Noah“. Abends heißt es in der Künkele-Mühle „Musik und Abendessen“: Zu einem Menü mit Forelle und Pflaumenkompott swingt dann das Max Geller Quintett zum Thema „Opera in Jazz“ (5. Oktober).

Die King’s Singers, Superstars von der Insel, präsentieren ein A-cappella-Programm aus Barock, Romantik und Gegenwart, darunter auch Evergreens wie Harold Arlens „I’ve got the world on a string“ (6. Oktober).

Am letzten Festivaltag (7. Oktober) steigt dann noch das Abschlusskonzert des Meisterkurses, den dieses Jahr die renommierte Mezzosopranistin Michaela Schuster leitet, die an den ersten Häusern in Berlin, Wien und London singt. Den Schlusspunkt setzt ein Kirchenkonzert (7. Oktober) mit Rossinis „Petite Messe Solennelle“ in der Fassung von 1863 für Soli, Chor, zwei Klaviere und Harmonium. Die hat der Opera-buffa-Meister seinerzeit mit liebevoller Ironie als „arme, kleine Messe“ dem „lieben Gott“ gewidmet. Zeitgenössische Akzente dazu setzen die musikalischen Intermezzi der Uracher Komponistin Mari Vihmand. Beides verspricht eine ungewöhnliche Kombination zwischen Belcanto und Moderne.

Das Festival im Überblick


Herbstliche Musiktage Das Festival geht dieses Jahr von 30. September bis 7. Oktober über die Bühne. Das Motto lautet „Freundschaft und Liebe“. Die künstlerische Leitung liegt seit 2006 bei Florian Prey. Der Vorverkauf beginnt am 22. Mai.
Spielorte Immer wieder hat das Festival auch andere Spielorte in Reutlingen und Metzingen integriert. Dieses Jahr nicht: Alle Konzerte finden in Bad Urach statt, im Residenzschloss (Dürnitz), in der Festhalle, in der Amanduskirche, in der Künkele-Mühle und in der Schlossmühle.