Stadtgespräch Evelyn Rupprecht über die Vorboten des Weindorfs Forelle ohne Wasser

Von Evelyn Rupprecht 18.08.2018

Weg ist er. Verschwunden. Seiner Freiheit beraubt. Versteckt unter dicken Abdeckplatten aus Stahl. Der Wasserlauf am Weibermarkt ist ein Opfer der Weindorf-Vorbereitungen geworden. Dabei ist der gemächlich dahin Plätschernde gerade jetzt, während der heißesten aller Hundstage, zur beliebten Anlaufstelle geworden.

Aus dem Stadtbild verbannt worden ist der Wasserlauf indes nicht etwa, weil die Stadt um die Sicherheit der Festbesucher besorgt ist, die hier leicht angeschickert straucheln könnten, sondern weil er den Weindorf-Machern im Weg ist. Er würde den Standaufbau erheblich behindern. Ein Umstand, der Stadt und Fest-Veranstaltern übrigens schon bei der Planung des neuen Weibermarktes inklusive Wasserlauf klar war, der aber in Kauf genommen wurde – weshalb das „Läufle“ auch schon beim letztjährigen „Reutlinger Herbst“ verschwinden musste.

Nachvollziehbar – aber definitiv schade. Schließlich ist ab kommendem Mittwoch nicht irgendein Stand, sondern ausgerechnet der des Honauer Forellenhofs Rössle am Weibermarkt zu finden. Ein angestammter Platz für das Restaurant, zu dem der Wasserlauf eigentlich passen würde wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.  Das Plätschern würde sich perfekt einfügen ins Geplauder der Gäste, das Wasser wäre wie gemacht für jene Fische, die auf der Speisekarte in allen nur erdenklichen Variationen zu finden sein werden. Gut, man müsste ja keine echten Forellen im Wasserlauf schwimmen lassen. Ein paar Imitate täten’s sicherlich auch. Ein PR-Gag, zu dem es wohl nicht kommen wird, weshalb die Besucher ihre Forellen auf dem Trockenen essen werden. Aber das 33. Weindorf dürfte auch so feucht-fröhlich genug werden.

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