Pfullingen Flut mit 1,2 Millionen Schaden

Gestern in der Griesstraße: Nach den Fluten ist vor den Fluten. Die Sandsäcke bleiben erstmal wo sie sind.
Gestern in der Griesstraße: Nach den Fluten ist vor den Fluten. Die Sandsäcke bleiben erstmal wo sie sind. © Foto: Herdin
Pfullingen / JÜRGEN HERDIN 29.07.2016
Die Kosten allein fürs Herrichten von Brücken und Wegen betragen 809?000 Euro. Im gesamten öffentlichen Raum bilanzierte die Stadt  1,2 Millionen Euro.

„Mehrere Millionen Euro Schäden an privaten Gebäuden“ – so steht’s in der Gemeinderatsunterlage. Mehr weiß die Stadt auch noch nicht. Denn noch arbeiten die Versicherer diese Fälle nach und nach ab. „Auch wir sind immer noch dran, wenn’s ums Aufräumen geht“, berichtete Bürgermeister Michael Schrenk in der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause – und dankte allen Beteiligten, die geholfen hatten, um die Schäden so gering wie möglich zu halten. Allen voran natürlich den Feuerwehren, denn es gab auch jede Menge Überlandhilfe aus anderen Orten..

Deren Pfullinger Kommandant Dietmar Rall zog ebenfalls Bilanz. Er hatte es mit seinen Kameraden am Abend des verheerenden Starkregens am 24. Juni ab 22 Uhr auch mit einem teilweise gefluteten Feuerwehrhaus zu tun. Selbst der Kontakt zur Feuerwehr-Leiststelle in Reutlingen war abgebrochen. „Der extreme Starkregen hat uns mit all seiner Macht schlichtweg überrannt“, räumte Kommandant Rall gegenüber den Kommunalpolitikern ein.

Der Ausnahmezustand musste ausgerufen werden. Von 22.08 Uhr bis am Samstag um 20.30 Uhr hatte die Wehr 269 Einsätze abzuarbeiten. Auch brannte es in einem Keller, ein Mensch wurde aus einem Aufzug befreit. Eine Person war vom Wasser eingeschlossen, kam aber dank der Wehr frei.

Stadtbaumeister Karl-Jürgen Oehrle bilanzierte 390 000 Euro Schäden an öffentlichen Gebäuden. Straßen, Wege und Brücken müssten für 809 000 Euro repariert werden.

Gleich nach dem Hochwasser samt Hagelschlag im Juli 2013 „hatten wir eine Liste der gefährdeten Objekte zusammengestellt“, so Oehrle. Doch gegen die Fluten am 24. Juni half nichts. Allein zwischen 22.15  und 22.30 Uhr fielen 36 Liter Wasser auf einen Quadratmeter. der Lindentalbach und der Eierbach waren weit über ihre Ufer getreten.

Das Feuerwehrhaus sei umgehend so zu schützen, dass es die Kräfte künftig nicht mehr mit den eigenen vier Wänden zu tun haben. Das verlangte der Feuerwehrkommandant ebenso wie ein neues Trägerfahrzeug, das einen Motorschaden erlitt. Vor allem müsse die seit 2013 schon angeforderte Sandsack-Füllanlage endlich her. leistungsstärkere Pumpen und Wassersauger stehen ebenso auf dem Bestellzettel wie ein zweiter Satz Einsatzkleidung. Durchnässt darf die bei einem gleichzeitigen Brandeinsatz nicht getragen werden, sonst verbrühten sich die Feuerwehrleute.

Auch der nun schon 28 Jahre alte Radlader müsse ersetzt werden. Mit allem Drum und Dran summierten sich die Anliegen der Wehr auf 975?000 Euro.

Was die Stadt angeht, so müssten rund 787?500 Euro für Sofortmaßnahmen ausgegeben werden, Feuerwehr-Equipment inklusive. Die Versicherungen übernehmen natürlich eine Menge, jedoch, so Oehrles Rechnung, müssten alsbald 442?000 Euro in einen Nachtragshaushalt eingestellt werden, um die dringlichsten Dinge zu finanzieren.

Mit Blick auf eine mögliche Unterstützung aus Stuttgart musste Schrenk feststellen: „Das Land ist noch sehr zugeknöpft.“ Aber Pfullingen werde am Ball bleiben. Schließlich sprechen sich neben Gebäudeversicherern auch Vertreter des Gemeindetags für eine merkliche Unterstützung der betroffenen Kommunen aus.

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