Gönningen Florales mit Künstlern und Händlern

Tulpen, vor allem auch eingetopft und vorgezogen, gab‘s am vergangenen Sonntag auf dem Straßenmarkt in Gönningen mit seinen 45 Ständen reichlich.
Tulpen, vor allem auch eingetopft und vorgezogen, gab‘s am vergangenen Sonntag auf dem Straßenmarkt in Gönningen mit seinen 45 Ständen reichlich. © Foto: Jürgen Herdin
Von Jürgen Herdin 17.04.2018

Eine Steilvorlage für den kommenden Sonntag gab es beim Auftakt der Tulpenblüte am Sonntag. Tausende Besucher erfreuten sich an der bunten, floralen Welt, die schon ihre volle Pracht entfaltet hatte. Die Tulpen selbst jedoch haben wortwörtlich „noch etwas Luft nach oben“. Das Liliengewächs traut sich bislang noch nicht so recht heraus. Und so sprangen tausende Narzissen in die Bresche, sorgten für eine fast ebenso schöne Augenweide.

Aber das Publikum darf sich – allein schon wegen des Sonnenscheins diese Woche über – auf die Neuauflage des Fests freuen. Am vergangenen Sonntag dominierte die, auch wetterbedingt gute Laune, sowie ein Straßenmarkt in den Gassen zwischen Kirche und Friedhof mit 45 Ständen mit jeder Menge Inspirationen für den heimischen Garten. Und für manches Pflanzgut ist es beileibe noch nicht zu spät, es jetzt erst in den Boden einzubringen – um im Frühsommer schon Freude daran zu haben.

Die Vorsitzende des Vereins Gönninger Tulpenblüte, Dr. Margarete Walliser, weiß um die besondere Bedeutung der Tulpenblüte für den Reutlinger Stadtbezirk im Südwesten. Schließlich ist Gönningen schon seit langer Zeit auch europaweit bekannt für seinen Samenhandel. Der sich übrigens früher sehr gut behauptet hat: Es war die größte Umschlagbörse dieser Art weltweit. Doch gab es vor rund 120 Jahren noch über 200 Samenhändler – sind heute nur noch zwei davon tätig. Einer davon ist der der Familie Fetzer, die allerdings weiterhin zu den größten dieser Art im Land gehört. Auch auf deren Firmengelände gab es am Sonntag viel zu sehen und zu erleben.

Und dann ist da ja der örtliche Friedhof. Gewissermaßen auf halbem Wege zwischen Ortsmitte und Samen Fetzer gelegen, beeindruckt diese parkähnliche Anlage das gesamte Jahr über mit einer prächtigen Blüten- und Blumenpracht. Die beiden riesigen, blühenden Kirschbäume im Norden der Anlage waren am Sonntag ein beliebtes Fotomotiv.

Damit sich die vielen Gäste nicht verlaufen, gab es erneut den gut ausgeschilderten „Tulpenweg“ zwischen dem Lehrgarten auf dem Gottesacker und dem Probefeld der Fetzers. Auch das Samenhandelsmuseum ist offen.

Gemälde, Keramik, alles rund ums Thema Garten und seine Blumen – reichlich zu essen und trinken gab es auch: Auf ihrem Weg vom Rathaus zum Friedhof ließen sich auch heuer die Besucher gerne „aufhalten“ – an den Ständen des Frühlings- und Künstlermarkts. Der flankiert und bereichert das beliebte Treffen in Gönningen auf vortreffliche Weise, sorgen die Leute dort schließlich für vorsommerliche Freude pur.

Der einst so teuren Blume die Ehre – und natürlich vor allem der Natur und Umwelt die Reverenz erweisen: Im Rathaus war eigens eine Ausstellung zum Thema aufgebaut – und eingangs gab es nebenan um zehn Uhr einen ökumenischen Tulpengottesdienst mit Pfarrer Alexander Behrend.

Doch nun zur Vorfreude auf die Pflanze, die erst am kommenden Sonntag, 22.April, ihr ganz großes „Coming-out“ haben wird. Gehen die meisten der Tulpen gerade erst auf, prognostiziert Dr. Margarete Walliser, dass es bald schon um die 100 000 sein werden, hieß es. Und das bezieht sich natürlich auf den gesamten Reutlinger Stadtbezirk. Denn seit bald zwei Jahrzehnten räumen die Gönninger ihren Gärten und Vorgärten zunehmend mehr Platz für Tulpen ein.

Info: 2. Tulpensonntag folgt am 22. April

Weiter mit der Blumenpracht geht es am Sonntag, 22. April. Die „Tulpenblüte“ auf dem Feld des Samenhändlers Fetzer ist dann von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Für Musik und Bewirtung ist gesorgt. Autofahrer, die von Reutlingen kommen, erwartet jedoch weiterhin bereits kurz vor der Ortsmitte Gönningen eine Straßensperrung. Weiter in Richtung Sonnenbühl geht es ab dem Tulpenbrunnen derzeit nicht. jhe