Reutlingen Fleischer behaupten sich

Reutlingen / SWP 30.04.2014
Das regionale Fleischerhandwerk kann sich in dem harten Wettbewerb mit Supermärkten und Discountern behaupten. Sorge bereitet den Handwerksmeistern die Sicherung des Berufsnachwuchses.

Die Deutschen lassen sich Fleisch und Wurst weiterhin ungern vom Tisch oder vom Brot nehmen, heißt es in einer Mitteilung. In vielen Haushalten ist Fleisch und Wurst ein fixer Bestandteil der Ernährung. Der Bundesbürger isst beispielsweise rund 30 Kilogramm Wurst im Jahr. Darüber hinaus haben sich die Fleischerfachbetriebe schon länger auf eine Veränderung der Konsumgewohnheit eingestellt. Das Fleischsortiment umfasst mittlerweile sämtliche Fleischsorten - von Rind über Schwein, Geflügel und vieles mehr. Gleiches gilt bei den Wurstsorten. Daneben bieten die Fleischerfachgeschäfte im Sortiment aber auch Käse und andere Nahrungsmittel an.

Mit dieser Strategie und der bekannten handwerklichen Qualität können die Fleischerbetriebe in dem enormen Wettbewerb mit den Supermärkten und Discountern bestehen, so Innungsobermeister Jochen Rieck aus Römerstein. Die Geschäftszahlen des vergangenen Jahres belegen, dass das Fleischerhandwerk seine Position festigen konnte. Gleichwohl ging die Zahl der Betriebe bundesweit leicht zurück. Im Landkreis Reutlingen war die Zahl der Innungsbetriebe demgegenüber sehr stabil, so der Geschäftsführer der Reutlinger Kreishandwerkerschaft, Ewald Heinzelmann. Durch das breite Sortiment und die Fixierung auf qualitativ hochwertige Produkte gelingt es den Fleischern ihren Umsatz je Beschäftigten kontinuierlich zu steigern und damit auch dringend notwendige Erträge zu erreichen.

Große Sorgen bereitet den Fachbetrieben der ständig zunehmende Mangel an qualifizierten Nachwuchskräften - sowohl in der Fleischerei wie auch im Verkauf. Die Zahl von Jugendlichen im Fleischerhandwerk hat fortwährend abgenommen. Das Handwerk sorgt sich mittlerweile sogar um die Aufrechterhaltung ihrer Ausbildungsstrukturen, insbesondere in der regionalen Berufsschule. Sie wollen deshalb verstärkt um Nachwuchs werben.

Zur Stärkung der regionalen Nahrungskette stehen die Fleischer derzeit in Gesprächen mit Vertretern der regionalen Landwirtschaft, so der Innungsobermeister. Gedacht ist an eine noch engere Kooperation zum Nutzen der Verbraucher in unserer Region. Zur Qualitätssicherung werden die Innungsfachbetriebe auch in diesem Jahr wieder freiwillige Qualitätskontrollen, beispielsweise beim Hackfleisch, durchführen. Diese freiwilligen Qualitätskontrollen sind mittlerweile fester Bestandteil der Qualitätssicherung im Fleischerhandwerk. Dazu gehört ebenfalls die regelmäßige Durchführung von Hygieneseminaren für die Beschäftigten der Branche.

Auf die Betriebe kommen darüber hinaus neue bürokratische Veränderungen hinzu. Durch eine neue Kennzeichnungsverordnung sollen die Inhaltsstoffe besser aufgeführt werden. Ebenso ist eine neue Regelung der Trichinenuntersuchungen angedacht. Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung hat sich der neue Leiter des Kreisveterinäramtes Reutlingen, Dr. Thomas Buckenmaier, den Innungsfachbetrieben vorgestellt und über die Schwerpunkte seiner Tätigkeit im Bereich der Lebensmittelkontrolle informiert.