Bürgermeister Alexander Schweizer trug zwar Eulen nach Athen, indem er der Jubilarin ausgerechnet ein Buch über den Schwarzwald schenkte, doch gefreut hat es Frida Eberhard. Denn beide entdeckten beim durchblättern des Buches sogleich die Kirche in Alpirsbach. "Gleich nebenan hab' ich gewohnt", sagte Eberhard in seliger Erinnerung. Denn Heimweh hat sie immer noch. Lebte sie doch in Alpirsbach fast ein Jahrhundert lang, wurde dort auch geboren.

Die nun101-Jährige kam im Alter von 98 Jahren nach Eningen ins Pflegezentrum Frère Roger. "Damals ging es ihr sehr, sehr schlecht", erinnert sich Hannelore Hoffmann-Schlehahn. Sie ist die Frau des Neffen von Frida Eberhard, Dr. Armin Hoffmann. Sie leben in Reutlingen, was der Grund war, weshalb die Jubilarin in deren Nähe zog.

Doch dann habe die sich überaus schnell erholt, als "jung und glücklich und gesund" nahm sie Bürgermeister Alexander Schweizer wahr, der Frida Eberhard bereits zu ihrem 100. Geburtstag besucht hatte. In der Tat: War sie nach ihrem Umzug an die Achalm 2013 in Eningen noch an den Rollstuhl gefesselt, folgte bald schon der Rollator - und der steht heute in der Ecke. Frida Eberhard braucht nur noch einen Gehstock, auch wenn sie heute in Eningen ein paar Schritte vor die Tür macht. Dort ist auch eine neuapostolische Kirche, in deren Gemeinde sie weiterhin fest integriert ist. Denn geistig ist sie noch außerordentlich fit.

Im Schwarzwald war auch ihr Vater bei den Neuapostolischen sehr engagiert, sie selbst begleitete der Glauben stets durchs Leben.

Bevor sie 2013 schwer abbaute, hatte sie zu ihrem 98. Geburtstag den Kuchen noch selbst gebacken und das Festessen zubereitet. Weißnäherin war sie beruflich, war verheiratet, das Ehepaar blieb jedoch kinderlos.

Umso mehr kümmerte sie sich um die Kinder in der Verwandtschaft, so auch um ihren Neffen Armin, der zur kleinen Feier im Seniorenzentrum Frère Roger eine Flasche guten Sekts öffnete und zusammen mit seiner Frau, dem Bürgermeister und mit der Tante auf deren 101. Geburtstag anstieß.