Weinfest Ferientreff mit Rebensaft und Gegrilltem

Die Stimmung beim Weinfest am Schlössle war bestens – und das trotz der Kälte.
Die Stimmung beim Weinfest am Schlössle war bestens – und das trotz der Kälte. © Foto: Jürgen Herdin
Jürgen Herdin 13.08.2017

Feucht, aber fröhlich war im buchstäblichen Sinne der Auftakt des Fests am Freitagabend – es regnete ohne Unterlass. Doch trotzdem gab es ums Schlössle herum bereits um 19 Uhr kaum noch Stehplätze, so dicht gedrängt standen die Leute draußen. Das Zelt selbst war auch voll. Die „Alten Herren“ kürzeln auch im Fußballsport mit „AH“, was viele der Kicker, die „betroffen“ sind, schon einmal mit nostalgisch verklärtem Blick auf ihr bisheriges Leben zurückblicken lässt. Denn in die Kategorie AH-Kicker gehört man für gewöhnlich  schon ab dem 36. Lebensjahr. Sie hatten – auch mit Hilfe ihrer Familien – erneut ein Fest auf die Beine gestellt, bei dem das rund 50-köpfige Team alle Hände voll zu tun hatte. „Ich suche Curry-Ketchup, besorge Du noch etwas vom Bellini“, hörte man die Männer um Uli Keppler und Rainer Altenhof sich zurufen. Ganz so, als ob sich alle Pfullinger, die noch nicht in den Sommerurlaub gefahren sind, verabredet hätten, am Samstag zu Hunderten aufs AH-Weinfest zu ziehen. Musikalisch mit Stimmungshits und bewährten Oldies vom Alleinunterhalter Alexander Dollinger bespielt und besungen, hatte das Publikum aber, wie gehabt, auch die Möglichkeit, Bier zu bestellen, oder eben diesen leckeren „Bellini“, einen ganz entfernten Verwandten vom Wein. Den Saft reifer Pfirsiche haben die Italiener dem Schaumwein zugegeben. Die Besucher waren von dieser Abwechslung ebenso überzeugt wie vom bewährten Rebensaft.

Der Pfullinger Weinhändler Konrad Eckmann lädt im Vorfeld alljährlich eine Delegation der Altherren-Fußballer ein, die dann eine Auswahl treffen. Der fast schon legendäre „Schmetterlinge im Bauch“, ein Rosé vom Kaiserstuhl, darf da nicht fehlen. Einzug gehalten hat auch der „arrogant frog“, der „Frosch“ aus dem Languedoc des Winzers Jean Claude Mas. Elf Weine und Proseccos hatten es zum Ausschank geschafft, so auch immerhin ein Württemberger.

Doch ohne gute Grundlage im Magen macht das Weintrinken keine rechte Freude. Und so kam man kaum nach mit den Bestellungen der Weinfest-Gäste, von denen es viele auf Flammkuchen abgesehen hatten.  Herings-, Lachs- oder Schnitzelweckle waren auch zu haben, und die Rote oder Currywurst waren ebenso gefragt wie die alljährlich aufgetischte Käseschale.

Und wo ist in etwa die derzeitige Altersgrenze oben bei den AH-Fußballern? Bereits vor vier Jahren wurde auf dem Weinfest Werner Kallas 70. Geburtstag gefeiert. Das trifft sich immer gut, hat der doch stets kurz vor dem Fest Geburtstag. Kalla  begann 1954 mit dem Balltreten als Elfjähriger in der C-III-Jugend.

Anfang der 90er Jahre hörte er 51-jährig als Aktiver bei den Pfullinger Altherren auf. Im kommenden Jahr wird dann sicher groß sein Dreiviertel-Jahrhundert gefeiert.