Dorffest Feiern auf bunt bestückten Gassen

Eningen / SIMON WAGNER 25.07.2016
Am Ende kam er dann also doch noch, der Regen. Aber, so war aus gesicherten Quellen zu erfahren, ein Eninger Dorffest ohne das himmlische Nass hat seinen Namen kaum verdient.

Es gehört genauso dazu, wie die bunt bestückten Straßen und Gassen, die auch dieses Jahr wieder viele Besucher an den Fuß der Achalm lockten. Und da sich die Himmelsschleusen erst zu vorgerückter Stunde öffneten, konnten sich die Festbesucher zuvor ganz unbeschwert den zahlreichen Angeboten widmen, welche die rund 20 Vereine und Organisationen für sie vorbereitet hatten.

Das Straßennetz in der Ortsmitte, vom Rathaus bis zur Schillerschule, verwandelte sich wieder in einen regelrechten Fest-Parcours, gespickt mit zahlreichen Anlaufstellen. Von lukullischen Schmankerln, über Einlagen des Gesangvereins oder einer Aufführung etwa der Eninger Kasperkiste im Sitzungssaal des Rathauses, bis hin zum prall gefüllten Kinder-Spielfeld an der Schillerschule und der großen Rockbühne gleich gegenüber.

Los ging das bunte Treiben nachdem Bürgermeister Alexander Schweizer mit drei zielsicheren Schlägen das erste Fass Bier auf dem Rathausplatz angestochen hatte. Der Musikverein Eningen bot musikalische Schützenhilfe. Zu sehen und zu beklatschen gab es hier auf der Bühne aber nicht nur den unfallfreien Fassanstich, sondern im Laufe das Tages auch zahlreiche Vorführungen. Die   Ensembles der Musikschule Eningen boten in Kooperation mit der Jugendkapelle Dußlingen und Kusterdingen musikalisches, der Schwäbische Albverein tanzte mit Kindern und Jugendlichen, türkische Folklore hatte die türkische Klasse der Achalmschule im Angebot.

Zudem konnte man Flegeln bei der Arbeit zusehen. Erika Schlotterbeck vom Heimat- und Geschichtsverein präsentierte zusammen mit den Brüdern Hermann und Erwin Astfalk die Kunst des Getreidedreschens. Eine Technik, die die 80- und 75-Jährigen als Kinder zusammen mit ihrem Großvater noch selbst angewandt haben, die aber schon damals vom Aussterben bedroht war. „Man muss den Dreh raus haben“, erklärte Hermann Astfalk den Umgang mit den hölzernen Stangen und den daran baumelnden Dreschflegeln. Neben Geschick und Kraft gehört zudem fast schon Musikalität dazu, um im Takt zu bleiben und sich nicht in die Quere zu kommen. Bevor Maschinen halfen, die Getreidekörner aus den Ähren zu lösen, stand man so durchaus mehrere Wochen auf dem Dreschboden. Angesichts der schweißtreibenden Arbeit, war der Krug Most meist nicht weit.

Weit waren am Samstag auch die anderen Attraktionen nicht. Man konnte Silberschmid Michael Uhlig über die Schulter schauen, sich mit internationalen und schwäbischen Spezialitäten eindecken oder sich im Zelt des Musikvereins durch die Jugendkapelle Zuffenhausen, ihre Eninger Kollegen und die Stadtkapelle Trochtelfingen in die Welt der Blasmusik entführen lassen. Eine Hüpfburg lockte indes junge Besucher auf den Schulhof, wie auch der Bobby-Car-Parcours oder das Kinderschminken des Vereins „Glückskäfer“. Im Minutentakt wurden junge Feen, Marienkäfer und sonstige Fantasiegestalten ins bunte Treiben entlassen.

 Ein Treiben, das gegen Abend auf dem Hänger der Achalmbiker weiter an Fahrt gewann. Dort traten verschiedene Live-Bands auf und verwandelten den Hof in ein brodelndes Open-Air Gelände. Die traditionelle Erfrischung von oben kam da ja vielleicht gerade recht.