Kommentar Evelyn Rupprecht über die Fußball-WM und die Fankultur Feiern – aber bitte friedlich

Von Evelyn Rupprecht 13.06.2018

Wer denkt, dass da nur grätige Kollegen mit mürrischen Gesichtern am Straßenrand stehen, der täuscht sich!“ Was Polizeisprecher Christian Wörner damit sagen will: Die Beamten, die bei der Fußball-WM Dienst tun, durch die Fanmeilen gehen und Feiernde auf potenzielle Gefahren-Situationen und Ordnungswidrigkeiten hinweisen, meinen es gut mit den Leuten. Sie wollen keine Spaßbremsen sein. Die meisten von ihnen sind selbst Fußball-Fans und möchten den Menschen weder ihren Autokorso, noch ihr Tänzchen vermiesen. Und ihr Bierchen auch nicht, so sie denn nicht noch Auto fahren müssen.

Die Polizisten sind aber auch dafür verantwortlich, dass die Lage sicher und unter Kontrolle bleibt – und müssen manchmal eben doch durchgreifen. Zum Beispiel dann, wenn irgendwelche Vollidioten mit ihren Autos auf Fußgänger zurasen, Bengalos in der Menschenmenge zünden oder mit Böllern werfen. Diese so genannten Fans sind eine Gefahr für andere und sich selbst – und dem Sport und seinem Ansehen schaden sie überdies. Bleibt zu hoffen, dass in solchen Fällen nicht die Polizisten, die durchgreifen müssen, als Buhmänner (und -frauen) dastehen, sondern die, die immer einen Grund finden, um auszurasten. Sei’s, weil ihre Mannschaft verloren hat. Sei’s, weil ihr Team gewonnen hat.

Wer übrigens denkt, dass die Einsatzkräfte in den nächsten Wochen mit den Fanmeilen alle Hände voll zu tun haben, und man deshalb auf dem privaten Grundstück mal eben ein (nicht genehmigtes) Sieges-Feuerwerk abbrennen kann, der hat sich geschnitten. Denn die Wachen sind allesamt besetzt wie immer. Der Alltagsbetrieb der Polizei läuft ganz normal weiter, versichert Pressesprecher Wörner. Und im Optimalfall wird die WM das, was sich alle erhoffen: ein riesiges und vor allem friedliches Fest.