Sternenfunkeln Fall Drecoll: Ermittlungen eingestellt

Reutlingen/Tübingen / swp 07.12.2017

Die Staatsanwaltschaft Tübingen hat keine Hinweise gefunden, dass die frühere Citykirchen-Pfarrerin Sabine Drecoll Geld aus der Spendenaktion „Sternenfunkeln in Kinderaugen“ für sich verwendet hat. „Es hat keine Hinweise auf Untreue gegeben“, sagte gestern die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Tatjana Grgic. Die Behörde hat jetzt die rund sechs Monate dauernden Ermittlungen wegen Untreue eingestellt.

Nach den Erkenntnissen der Behörde ist das Geld – es handelt sich um eine fünfstellige Summe im mittleren Bereich – für die Weihnachtsaktion verwendet worden. Drecoll habe die Spenden dafür genutzt, um weitere Geschenke zu kaufen oder den Wert vorhandener zu erhöhen, so die Sprecherin der Staatswaltschaft.

Die Vorwürfe waren durch einen anonymen Hinweis im Frühjahraufgekommen, als Sabine Drecoll bereits geschäftsführende Pfarrerin in der Gesamtkirchengemeinde Unterhausen-Honau war. Der Oberkirchenrat hatte damals auf Nachfrage von „Unregelmäßigkeiten in der Verwendung von Spenden im Zusammenhang mit der Aktion Sternenfunkeln“ in den Jahren 2013 bis 2015 gesprochen. Zivilrechtlich haben sich die beiden Parteien bereits im Herbst geeinigt. Die Pfarrerin hat die Schadenssumme zurückgezahlt.

Unabhängig von der Entscheidung der Staatsanwaltschaft läuft das kirchliche Disziplinarverfahren gegen Drecoll weiter. Eine Entscheidung wird es wohl nicht mehr in diesem Jahr geben, war zu hören. Drecoll, die nach den Vorwürfen als geschäftsführende Pfarrerin freigestellt war, hat inzwischen ihr Amt als Pfarrerin in Unterhausen niedergelegt.