Pfullingen Etat-Prozedere im Turbo-Gang

Von Evelyn Rupprecht 07.12.2018

Gerade mal eineinhalb Jahre ist es her, dass Matthias Baumann seine Stelle als Pfullinger Stadtkämmerer angetreten hat – jetzt zieht es ihn schon wieder fort. „Ich möchte beruflich zurück zu meinem Lebensmittelpunkt im Bereich Böblingen“, erklärt der 34-Jährige, der dieser Tage seine Versetzung beantragt hat. Er hat bereits eine neue Stelle gefunden – „allerdings müssen sich die beiden Dienstherren noch einigen, wann ich wechseln kann“, erklärt der Kämmerer, der am 1. Juni 2017 der Nachfolger von Roland Deh wurde und jetzt gern zum nächst möglichen Zeitpunkt gehen würde.  Baumann gibt für seine berufliche Neuorientierung auch familiäre Gründe an. „Ich werde nächstes Jahr Vater, da ändern sich natürlich die Perspektiven“, sagt er. Geändert hat sich jedoch nicht nur die Baumann’sche Sichtweise auf seinen Arbeitsplatz in Pfullingen, geändert hat sich auch der Ablaufplan für das Haushalts-Prozedere. Denn die Verabschiedung des Etats, die eigentlich für die Februar-Sitzung anberaumt war, wird vorgezogen. Vorbehaltlich der Zustimmung der Stadträte wird sie jetzt schon in der kommenden Woche sein.

Ob die Sitzung am Dienstag Baumanns letzte in Pfullingen sein wird, ist noch unklar. „Das hängt auch davon ab, wann ich wechseln kann und wie es mit dem Resturlaub hinkommt“, erklärt der Noch-Kämmer, dessen Stelle auf der städtischen Homepage bereits ausgeschrieben ist. Baumann betont aber auch, dass es nicht am seinem Weggang liege, „dass wir jetzt beim Haushalt den Turbo-Gang einlegen“. Denn angesichts dessen, dass noch nicht klar sei, wie sich die Umsetzung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts finanziell auswirke, könne es sich beim Etat 2019 derzeit eh nur um einen Basishaushalt handeln. Das hatte auch Bürgermeister Michael Schrenk jüngst betont – und bereits jetzt einen Nachtragshaushalt in Aussicht gestellt. Deshalb und auch, weil die Umstellung auf die Doppik in der Haushaltsführung drängt, will die Kommune den Etat so schnell wie möglich festzurren und so ins neue Jahr starten.

Ursprünglich war für die Sitzung am 11. Dezember vorgesehen, dass die Fraktionen ihre Anträge öffentlich einbringen, diskutieren und darüber abstimmen können. Daran soll sich laut Stadtkämmerer nichts ändern. „Schließlich müssen die Fraktionen für zusätzliche Ausgaben, die sie anregen, gleich eine Gegenfinanzierung vorschlagen“. Würde es indes nicht nur zu Verschiebungen, sondern zu größeren finanziellen Überschreitungen kommen, hätte Baumann ein rechnerisches Problem. Er kann größere Veränderungen nicht während der laufenden Sitzung in den Etat einfließen lassen.

Sollte der Gemeinderat für den Haushalt 2019 schon in der nächsten Sitzung grünes Licht geben, könnte er mit äußerst erfreulichen Zahlen auf den Weg gebracht werden. Denn diverse Veränderungen auf der Einnahmen- und Ausgabenseite lassen die Zuführungsrate von sechs auf 6,376 Millionen Euro anwachsen und auch die Rücklagenentnahmen sind, anders als bei der Haushaltseinbringung im November, nicht vorgesehen. Im Gegenteil: Jetzt kann die Kommune ihr Rücklagenkonto mit zusätzlichen 200 000 Euro auffüllen.

Weitere wichtige Punkte bei der Sitzung am 11. Dezember – Beginn ist wegen der umfangreichen Tagesordnung bereits um 15 Uhr – sind unter anderem die Verabschiedung von VHS-Leiter Ulrich Vöhringer, die Abfallentsorgung, die Neuorganisation der Forstverwaltung, die Marktplatz-Neugestaltung und  die Richtlinien zur Vereinsförderung.

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