Reutlingen / ANGELA STEIDLE  Uhr
Sie haben sich selbst überholt: "Kamino", das neue Reutlinger Programmkino, kommt schneller als gedacht. Bereits am Mittwoch, 18. Dezember, ab 20 Uhr, steigt im "Kali" die Gründungs- und Generalversammlung.

Vor ein paar Wochen standen Klaus Kupke, Karin Zäh, Gabriele Janz, Andreas Kissel und Andreas Vogt von "Kamino", der privaten Initiative für ein genossenschaftliches Programmkino in Reutlingen, noch im "Kali" auf der Bühne und warben mit überdimensionalen Abriss-Karten für ihr Projekt: "Es wird unwiderstehlich sein."

Jetzt sind - Monate früher als geplant - die Einladungen zur Gründungsversammlung an die bereits registrierten künftigen Mitglieder und Förderer verschickt worden. Am kommenden Mittwoch, 18. Dezember, 20 Uhr, wird im ehemaligen Reutlinger Kino "Kali" in der Katharinenstraße die "Genossenschaft Programmkino Reutlingen eG" offiziell gegründet.

Bis dahin und auch an diesem Abend können weitere Anteile gezeichnet werden. Und es gibt jede Menge Infos zu Zielen, Satzung und Inhalt der gemeinnützigen Genossenschaft. Bei der ersten Generalversammlung werden der Aufsichtsrat wird gewählt und der Vorstand benannt. "Kamino" ist bereits schlank im Web unterwegs, unter www.programmkino-reutlingen.de.

Für Kinofans, die die gemeinnützige Genossenschaft gerne mit gründen wollen, aber am Mittwoch partout keine Zeit haben, gibt es eine Vollmachtserklärung unter info@programmkino-reutlingen.de. Auch Satzung, Tagesordnung und Beteiligungserklärung können unter dieser Mail angefordert werden.

Und die Initiatoren bedanken sich für die überwältigende Resonanz: "Liebe Kinofreunde und -freundinnen, Ihre Reaktionen auf unsere erste Info-Veranstaltung waren hervorragend. So verwalten wir bis zum heutigen Tag bereits 296 Beteiligungserklärungen, gezeichnet von 238 Kinofreunden. Für uns ist das eine sehr schöne Bestätigung unserer Vorarbeit aber auch eine Verpflichtung, zügig weiter zu machen." Will heißen: Sobald die Gründungsformalitäten erledigt sind, wird noch Ende Januar der Antrag an die Filmförder-Anstalt (FFA) gestellt - und nicht wie vorgesehen erst im Herbst 2014.

Die Satzung ist bereits vom Genossenschaftsverband geprüft. Als Ziel geben die privaten Initiatoren vor: "Filme aus allen Kulturen und Kontinenten zu zeigen, wobei besonderer Wert auf Filme gelegt wird, die das Verständnis für andere Kulturen sowie das interkulturelle, friedliche und nachhaltige Zusammenleben von Menschen fördern."

Auch Menschen mit Behinderungen sollen in der Genossenschaft mitwirken und ohne größere Einschränkungen an allen Angeboten und Veranstaltungen teilhaben können. Außerdem wird Vernetzung groß geschrieben: "Die Genossenschaft strebt zur Erfüllung ihrer Ziele eine regelmäßige Kooperation mit anderen kommunalen Institutionen, Bildungseinrichtungen und Kulturvereinen in Reutlingen an."

Was keiner erwartet: "Im Falle der Auflösung der Genossenschaft oder bei Wegfall der steuerbegünstigten Zwecke erhalten die Mitglieder aus dem Genossenschaftsvermögen ihre Beiträge bis zur Höhe ihres Geschäftsguthabens. Der Rest des Vermögens der Genossenschaft fällt an die Körperschaft Kulturzentrum franz.K e. V. in Reutlingen, die es unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige, kulturelle Zwecke zu verwenden hat."

Die Initiative "Kamino" sucht übrigens noch dringend Unterstützung aus dem Bereich Steuerberatung und Finanzwesen - auch als Vorstandsmitglied. "Besonders in der Gründungsphase, in der vielfältige Aufgaben gleichzeitig angegangen werden müssen, wäre die Mitarbeit auf diesem Gebiet eine große Entlastung."