Eningen Erst das Konzept - dann der Neubau

ANNE LEIPOLD 31.03.2012
Die Achalmschule generalsanieren und teils neu bauen ohne zu wissen, wie sich die Schullandschaft entwickelt? Die Gemeinderäte sehens skeptisch.

An "schweren Defiziten" leidet die Achalmschule, brachte es Alexander Schweizer in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf den Punkt. Brandschutz, Elektrotechnik und energetische Mängel sind nur drei von vielen Punkten. Dringend müssen die Aula, der Spezialklassentrakt sowie Trakt Eins den Brandschutzbestimmungen angepasst werden. Rund eine Million Euro werden diese Maßnahmen alleine kosten, die die Räte nun beschlossen. Zunächst wird der Trakt eins aber wahrscheinlich nur provisorisch gesichert. Die Anfahrtswege an diese Stelle sind derzeit zu schwer zu erreichen, wie Architekt Matthias Knies den Räten erläuterte. Mit dem Provisorium kann ein erheblicher Teil der eingeplanten 77 000 Euro erstmal eingespart werden.

Doch krankt es an zu vielen Stellen, als dass diese Brandschutzsanierung ausreicht. Eine Generalsanierung respektive ein Neubau müssen dringend her. Doch wie sinnvoll ist eine derzeitige Planung, wenn die Entwicklung der Schullandschaft noch unklar ist? - das fragten sich die Räte. Immerhin laufen Kosten von über sechs Millionen Euro auf. Worauf die Planungen basieren, wollte etwa Annegret Romer (GAL) wissen und wo die Ganztagesbetreuung untergebracht werde. In diesem Punkt möchte sie eine kostspielige Zwischenlösung vermeiden. Falsch geht der Rat nach Meinung von Herbert Hanner (FWV) das Problem an. Erst solle ein Schulentwicklungskonzept auf den Tisch.

"Den Schulstandort sichern wir, indem wir eine Konzeption vorweisen die inhaltlich was bringt", widersprach er Knies, der diese Sicherung auch in der Erhaltung des architektonischen Grundkonzeptes sieht. Zudem regte die CDU in einem Antrag an, die ersten und zweiten Klassen der Schillerschule ebenfalls in der Achalmschule unterzubringen und die Räume der Schillerschule dann öffentlich zu nutzen, zumal hier noch das Brandschutzgutachten ausstehe. In jedem Falle werde mit weiteren Planungen abgewartet, bis das Gutachten für diese Schule vorliege, sagt Schweizer.

Äußerst variabel zeigt sich der Entwurf von Knies. Ein Neubau soll als Verbindungsglied zwischen den jetzigen Trakten zwei und drei entstehen und die Mensa beherbergen, ein Aufzug die inklusions- und behindertengerechte Nutzung ermöglichen. Der Trakt eins wird abgebrochen. Dabei plant Knies eine Bauzeit von zweieinhalb bis drei Jahren ein, da nur nach und nach gebaut werden könne. Die Schulleitung zeige sich glücklich, sagte Schweizer. Nach ausführlicher Diskussion schließlich brachte die CDU ihren Antrag durch. So soll die Verwaltung optional prüfen, ob die Klassen der Schillerschule in der Achalmschule untergebracht werden können und dazu den Bedarf an Räumen, Kosten und baulichen Möglichkeiten ermitteln. Außerdem solle man mit der Kultusbehörde die "Frage von Förderfähigkeit und Geeignetheit im Sinne der Schulentwicklungsplanung für den Schulstandort Eningen" klären.