Entspannung als Ergebnis

Studentin Elena Weiß, Leiterin Carmen Goglin und die Schülerin Hanna Weiß (von links) haben sichtlich Spaß beim "Gorillalachen". Mit Leib und Seele und ganz ohne Hemmungen lachen sie lautstark um die Wette. Foto: Irina Piskureva
Studentin Elena Weiß, Leiterin Carmen Goglin und die Schülerin Hanna Weiß (von links) haben sichtlich Spaß beim "Gorillalachen". Mit Leib und Seele und ganz ohne Hemmungen lachen sie lautstark um die Wette. Foto: Irina Piskureva
IRINA PISKUREVA 02.11.2013
Einfach mal herzlich und hemmungslos lachen ohne einen bestimmten Grund kann man jeden Dienstag in der Lachschule in Reutlingen. Die Lach-Yoga-Lehrerin Carmen Goglin lädt zum lachenden Entspannen.

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Reutlingen - "Ein Kind lacht 400 Mal am Tag, ein Erwachsener hingegen nur etwa 15 Mal", klärt die Lach-Yoga-Lehrerin Carmen Goglin auf. Im Laufe des Lebens wird dem Menschen das Lachen "abtrainiert", man wird "sozialisiert" mit Floskeln wie "Sei doch nicht so kindisch!" oder "Am Tisch wird nicht gelacht!". Carmen Goglin wollte dem entgegenwirken, absolvierte eine Ausbildung zum "Lachcoach" und eröffnete am 4. Juni dieses Jahres eine Lachschule in Reutlingen.

"Wenn es einem gut geht, dann lacht man. Wenn es einem nicht gut geht, dann lacht man nicht, aber gerade in solchen Situationen sollte man lachen", versichert Carmen Goglin. Für sie dient Lachen vor allem der Stressbewältigung. Im Laufe ihres Lebens habe sie schon viele Methoden zur Entspannung ausprobiert und ist dann beim so genannten Lach-Yoga "hängen geblieben".

Das Lach-Yoga findet seinen Ursprung in Indien. Der Arzt Madan Kataria versammelte Menschen in einem Park, damit sich diese gegenseitig Witze erzählten und gemeinsam lachen konnten. Als dann nach einiger Zeit alle Witze erzählt waren, fing der Arzt an, die Leute mittels Lachübungen zum Lachen zu bringen. Immer mehr Lachfreudige schlossen sich der Gruppe an und gaben so den Anstoß für die große Lach-Yoga-Bewegung, die sich rasant und weltweit ausbreitete. Carmen Goglin brachte diese Bewegung nach Reutlingen.

Das Maßgebende am Lach-Yoga ist für sie, dass beim Lachen "die Entspannung als Ergebnis herauskommt", während man zum Beispiel bei der Meditation sozusagen "zur Enspannung gezwungen wird", so Goglin. Beim Lachen werden zudem Glücksgefühle freigesetzt und die "Psyche auf positive Gedanken" gebracht. Außerdem werde der Körper während des Lachprozesses mit reichlich Sauerstoff versorgt.

"Lachen ohne Grund" ist das Motto des wöchentlichen Lachtreffs, zu denen jeder "Lach-Fan" willkommen ist. Mit gezielten Lachübungen animiert Carmen Goglin die Teilnehmer, sich fallen zu lassen und einfach herzlich zu lachen. "Im Grunde kann man aus jeder Alltagssituation eine Lachübung machen", so die Lach-Yoga-Lehrerin. Die Übungen beschäftigen sich mit den unterschiedlichsten Arten des Lachens. Da gibts "das Gorillalachen", bei dem sich die Teilnehmer mit Fäusten auf die Brust klopfen und lautstark lachen. Oder "das Handylachen", bei dem die Teilnehmer die Hand wie ein Handy an das Ohr halten und lachen, weil sie "lustige Dinge" hören.

Auch die Interaktion mit anderen Teilnehmern ist in die Übungen eingebunden. So geht man beispielsweise beim "Handylachen" durch den Raum und hält den anderen sein "Handy" ans Ohr, damit auch sie sich über das Lustige im "eigenen Telefon" amüsieren können. Auf diese Weise entsteht der Kontakt zu den anderen Teilnehmern relativ schnell und man findet am Ende leicht das Gespräch.

"Anfangs kommt man sich ein bisschen blöd vor, wenn man einfach ohne Grund loslacht, doch das verliert sich schnell wieder", so Carmen Goglin. Die meisten Teilnehmer verlieren ihre Hemmungen schon nach kurzer Zeit.

Zum Ende eines jeden Lachtreffs legen sich die Teilnehmer sternförmig in einem Kreis hin und meditieren. Aber nicht auf die herkömmliche Art. Ohne Blickkontakt zu den anderen Anwesenden reißt auch nur ein kleiner Ansatz eines Lachens alle mit, sodass der Raum wieder mit einem herzhaften Gelächter erfüllt wird. Bis sich alle beruhigt haben, das kann dann schon eine Weile dauern.

Die "Lach-Fans" Elena und Hanna Weiß hatten nach dem Lachtreff nur Positives zu melden. "Es macht Spaß, und am Ende tun die Backen vom Lachen weh", so Elena Weiß vergnügt. Ihre Schwester Hanna fügte noch hinzu, dass man "am Ende so locker ist, dass man bei jeder Kleinigkeit anfängt zu lachen". Die Lach-Lehrerin selbst findet, dass man "nach einer Stunde gemeinsamen Lachens wie im Lachhimmel ist".

Kontakt zur Lachschule
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