Tag des offenen Denkmals Entdecken, was verbindet

Reutlingen / swp 27.08.2018

Entdecken, was uns verbindet“ heißt das bundesweite Motto des Tags des offenen Denkmals am 9. September in diesem Jahr.

Das prachtvolle Regierungsgebäude des einstigen Schwarzwaldkreises und heutigen Landratsamts in der Bismarckstraße 47 bezieht sich in vielen Details auf den Machtbereich und den Anspruch der damaligen Kreisregierung. Das im Stil der Neorenaissance nach Plänen des Bezirksbauinspektors Friedrich Kempter von 1903 bis 1905 erbaute Gebäude ist das wohl repräsentativste seiner Art in Reutlingen.

Der Große Sitzungssaal, in dem seit über 60 Jahren der Kreistag tagt, ist das Herzstück des Gebäudes. Berühmt ist die breite Fensterfront mit den farbigen Wappenscheiben der 17 Oberamtsstädte des Schwarzwaldkreises. Wappendarstellungen und Wahlsprüche an den Wänden, gemaltes Ranken- und Blattwerk an der Decke, die beiden mächtigen Kachelöfen und zwei große metallene Radleuchter verleihen dem Raum ein „altdeutsches“ Gepräge.

Herzstück des Gebäudes

Die mächtige Balkendecke, die an allen vier Seiten trapezförmig herabgezogen ist, lässt den Eindruck eines Dachgeschossraumes entstehen und die mit Schnitzwerk in Jugendstilmanier verzierte dunkle Holzvertäfelung, in die auch Türen und Portal einbezogen sind, geben dem Raum einen passenden Rahmen.

Der Sitzungssaal ist am Sonntag, 9. September, von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Eine Einführung in Geschichte und Symbolik des Großen Sitzungssaals gibt der Leiter des Kreisarchivs, Dr. Marco Birn, im Rahmen von Führungen, die zwischen 14 und 16:30 Uhr zu jeder halben Stunde starten.

Daneben beleuchtet die Vitrinenausstellung „Das Jahr 1918“ das Kriegsende im Landkreis im politischen wie auch im privaten Bereich. Mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandabkommens war zwar das Ende des Krieges eingetreten, doch sahen sich die Menschen mit einer neuen Realität konfrontiert. Man zählte zu den Verlierern, der Kaiser hatte abgedankt und die Republik wurde ausgerufen.

Die Bedenken um die Zukunft finden sich sowohl in Privatkorrespondenzen als auch in amtlichem Schriftgut wieder. Doch trotz dessen lief, wie auch in Kriegsjahren, das alltägliche Leben unbeirrt weiter. Ungeachtet der Zustände wurde beispielsweise die Renovierung und anschließende Reinigung des Kreiskrankenhauses in Münsingen planmäßig abgeschlossen.

Näher vorgestellt wird auch der Mann, an den Waffenstillstandsverhandlungen im Wald in Compiègne teilnahm und mit seiner Unterschrift den Ersten Weltkrieg am 11. November 1918 beendete: Matthias Erzberger (1875 bis 1921), der in Buttenhausen geborene Zentrumspolitiker und spätere Reichsminister.

Abgerundet wird die Ausstellung durch eine Postkarten-Diashow des Truppenübungsplatzes Münsingen zu Zeiten des Ersten Weltkrieges.

Landratsamt: die Öffnungszeiten

Der Sitzungssaal des Landratsamts Reutlingen kann wie auch die Ausstellung zum Kriegsende am Sonntag, 9. September, von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden. Die Schau ist im Anschluss zu den gewöhnten Öffnungszeiten des Landratsamts bis 31. Oktober zu sehen.

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