Reutlingen Enorme Leistung

Der Knabenchor capella vocalis feiert 2018 sein 25-jähriges Jubiläum und hat einiges vor. Den Auftakt bildete ein Festakt.
Der Knabenchor capella vocalis feiert 2018 sein 25-jähriges Jubiläum und hat einiges vor. Den Auftakt bildete ein Festakt. © Foto: Archiv
Reutlingen / Susanne Eckstein 23.01.2018

Dem Knabenchor Capella Vocalis steht ein besonderes Jahr bevor: Er begeht sein 25-jähriges Jubiläum. Den Anfang machte am Samstagabend ein Gottesdienst in St. Wolfgang mit anschließendem Festakt. Zu den zahlreichen Auftritten, die die jungen Sänger mit der Fliege unter dem Dirigat ihres Leiters Christian J. Bonath zu absolvieren haben, kommen nun mehrere Jubiläumskonzerte. Das erste fand in der Kirche St. Wolfgang als ökumenischer Gottesdienst in katholischer Liturgie statt; diese hielt Dekan Hermann Friedl vom Dekanat Reutlingen-Zwiefalten. Zum musikalischen Teil der Messe trug eine kleinere Besetzung des Knabenchors Capella Vocalis auf der Orgelempore unter Bonaths Leitung bei: Sie sang die Missa Brevis in D von Benjamin Britten, begleitet von Andreas Dorfner an der Orgel. Die vier Teile fügten sich in ihrer makellosen Darbietung schön in den liturgischen Ablauf.

Ergänzt wurde die Messe durch eine Psalmvertonung zum Einzug, ein geistliches Lied von Johannes Brahms nach der Lesung und zur Gabenbereitung eine hier uraufgeführte Komposition von Christian J. Bonath selbst: „High and blessed trinity“, eine Neuvertonung des Dreieinigkeits-Hymnus’ „Alta Trinità beata“ in englischer Sprache, den Capella Vocalis (und andere Chöre) gern zum Ein- und Auszug verwenden. Zum jetzigen Auszug bot Andreas Dorfner ein organistisches Glanzlicht: die hochvirtuose Toccata aus Widors 5. Orgelsinfonie.

Zum einstündigen Steh-Empfang mit Chorsängern und Musikeinlagen im Augustin-Bea-Haus nebenan waren zahlreiche Gratulanten erschienen; die Moderation hatte Steffen Tröster, Erster Vorsitzender des Vereins Capella Vocalis Reutlingen, übernommen. Für die Stadt Reutlingen, die den Knabenchor als singenden Botschafter und Marken-Beitrag schätzt, übermittelte Kulturbürgermeister Robert Hahn lobende Grußworte. Auch Michael Donth (MdB) brachte seine Anerkennung der erfolgreichen Chorarbeit zum Ausdruck, gefolgt von Dekan Marcus Keinath vom Evangelischen Kirchenbezirk Reutlingen, der die enge Verbindung zwischen Kirchenmusik und Knabenchor-Tradition hervorhob und auf die katholischen Wurzeln der Knabenchöre hinwies.

Eher auf die musikpraktische Seite bezog sich Dr. Anette Sidhu-Ingenhoff, Musikredakteurin bei SWR2. Sie war zu Beginn der Zusammenarbeit spontan begeistert über den Knabenchor capella vocalis – „Ein toller Chor, mit dem müssen wir was machen!“ – und findet es zum einen mutig, dass Bonath und die Seinen Neue Musik aufführen, zum andern spannend, dass man mit diesem Chor dank seiner hohen Qualität und der Entdeckerfreude des Leiters außergewöhnliche Dinge einstudieren kann, aktuell etwa eine Einspielung Graupner’scher Pfingstkantaten. Auch Cornelius Grube, Intendant der Württembergischen Philharmonie Reutlingen, freut sich auf eine weitere fruchtbare Zusammenarbeit mit capella vocalis. Die Kooperation läuft zwar schon seit der Zeit unter Chorleiter Eckhard Weyand, hat sich aber mittlerweile intensiviert, etwa bei der Aufführung des Oratoriums „Bereshit“ für zwei Knaben, Kinderchor und Orchester, die der Komponist selbst im März 2016 hier dirigierte. In einem Punkt waren sich alle einig: der Hochachtung vor der enormen Leistung der jungen Chorsänger.

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