Reutlingen Engagiert bis zuletzt

Vertreterinnen von Frauengruppen und SPD am Grab. Foto: Jürgen Spieß
Vertreterinnen von Frauengruppen und SPD am Grab. Foto: Jürgen Spieß
Reutlingen / JÜRGEN SPIESS 09.03.2012
Vertreterinnen vom Forum Reutlinger Frauengruppen versammelten sich gestern, am 75. Todestag von Laura Schradin, an ihrem Grab auf dem Friedhof "Unter den Linden".

Sie war Vorkämpferin für Frauenrechte, Kinderschutz und Bildung für alle, engagierte sich im sozialen Bereich und setzte sich zeitlebens für das Frauenwahlrecht und gegen Kinderarbeit ein. Vor allem aber hat sie Spuren in den Herzen der Frauen hinterlassen.

Die Reutlinger Frauenrechtlerin Laura Schradin (1878 bis 1937) war eine der ersten weiblichen Landtagsabgeordneten im württembergischen Landtag. Politisch aktiv war sie aber vor allem in Reutlingen als Stadträtin für die SPD, in der Arbeiterwohlfahrt und nicht zuletzt als engagierte Verfechterin von Frauenrechten. Zu ihrem 75. Todestag, der bezeichnenderweise auf das Datum des Internationalen Frauentages fällt, versammelten sich mehrere Vertreterinnen der SPD und des Forums Reutlinger Frauengruppen, um an ihrem Grab Blumen niederzulegen und mit kurzen Redebeiträgen ihrer zu gedenken.

Unter anderen lobte Hildegunde Haist-Huber, Rektorin der Laura- Schradin-Schule, ihren Einsatz für bessere Bildung, auch und vor allem für junge Mädchen: "Laura Schradin hatte eine Mission in ihrem Leben", so die Rektorin, "sie wollte Frauen eine bessere Zukunft ermöglichen." Sie sei deshalb sehr stolz darauf, "dass unsere Schule ihren Namen trägt".

Obwohl Laura Schradin in ihrem kurzen Leben meist gegen etliche Widerstände ankämpfen musste und "oft mit Füßen getreten wurde", blieb sie ihrer Linie bis zuletzt treu und ließ sich auch von Drohungen und Verhaftungen nicht einschüchtern.

Hildegunde Haist-Huber würde es deshalb ebenso wie ihre Vorrednerinnen Ursula Göggelmann von der Frauengeschichtswerkstatt und SPD-Stadtverbandsvorsitzende Daniela Harsch begrüßen, Laura Schradin posthum die Reutlinger Ehrenbürgerschaft zu verleihen.

In dieselbe Kerbe schlug auch SPD-Stadträtin Edeltraut Stiedl, die den Antrag einer Ehrenbürgerschaft im Gemeinderat unterstützen würde. Zum Abschluss trug die Gemeinderätin noch ein Gedicht von Heinrich Heine vor, das bei der Beerdigung von Laura Schradin vor 75 Jahren verlesen wurde.

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