Soziales Einzigartig in Baden-Württemberg

Die Erzieherinnen führten am Samstag zum Jubiläum des städtischen Kindergartens in Degerschlacht das Stabpuppenspiel „Der Grüffelo“ auf.
Die Erzieherinnen führten am Samstag zum Jubiläum des städtischen Kindergartens in Degerschlacht das Stabpuppenspiel „Der Grüffelo“ auf. © Foto: Gabriele Böhm
Von Gabriele Böhm 25.09.2017

Vom wunderbaren Wetter am Samstag profitierte auch die Feier zum 50-jährigen Bestehen des Kindergartens in eigenen Räumen. Dieser ist seit 2007 Teil des „Bildungshauses Degerschlacht“, zu dem neben dem Kindergarten (47 Kinder) auch eine Kinderkrippe (15 Kinder) und eine Grundschule (58 Schüler) gehören. Das Bildungshaus, das auf Grundlage der Montessori-Pädagogik arbeitet, ist damit das einzige Bildungshaus im Land mit einer Altersspanne von ein bis zehn Jahren.

In ihrer Ansprache fragte Barbara Bosch, ob unter den Gästen noch ein Kind aus der Gründungszeit sei. Eine Dame, heute schon Großmutter, hat die Anfänge miterlebt. „Eine Kinderbetreuung gibt es in Degerschlacht schon seit stattlichen 76 Jahren“, berichtete die Oberbürgermeisterin. In der geburtenstarken Zeit habe es auch acht Jahre lang eine Art „Notgruppe“ gegeben, die im Sitzungssaal des Bezirksamts untergebracht war. Die Kinderbetreuung insgesamt habe sich im Laufe der Zeit stark verändert. Früher habe man im Imperativ mit den Kindern gesprochen. Diesen Befehls-, Anordnungs- und Verbotston gebe es zum Glück nicht mehr, und auch das Rollenverständnis der Erzieherinnen habe sich stark gewandelt.

Dr. Iris Schullerus, die für den Elternbeirat sprach, betonte die Bedeutung des Bildungshauses. Vom ersten Lebensjahr bis zum Ende der Grundschulzeit lebten die Kinder ohne Brüche in derselben pädagogischen Ausrichtung. Im Vorfeld der Feier hatten Kinderhaus-Leiterin Brigitte Frey und die Erzieherinnen mit den Kindern je nach Alter darüber gesprochen, wie viel 50 Jahre seien. „Zehnerstäbchen kamen zum Einsatz, wodurch auch das Dezimalsystem erfahrbar wurde.“

Um die Zahl anschaulich zu machen, wurden die Jahre in Tage umgerechnet und in Päckchen mit Perlen dargestellt. Ein Zeitstrahl mit Fotos und Texten, angebracht im Innenraum, verdeutlichte ebenfalls den Weg der Einrichtung. „Bei dem allgemeinen Fachkräftemangel wünschen wir uns vor allem eine gute personelle Ausstattung“, sagte Brigitte Frey über die Wünsche der Einrichtung.

Während die Kinder am Samstag im Freien spielten, gab es für die Eltern Kaffee und Kuchen. Mit ihrer Aufführung „Im Land der Blaukarierten“ machten die Kinder deutlich, wie ein Anderssein in der Gesellschaft aufgenommen wird. Wehe, ein Rotgefleckter verirrt sich dorthin. Die Kinder agierten mit viel Spielfreude.

„Weil die Kinder uns damit eine Freude gemacht haben, machen wir jetzt auch etwas für sie“, sagte Frey. Die Erzieherinnen führten das Stabpuppenspiel „Der Grüffelo“ auf, bei dem es auch etwas zu lernen gab. Eine Maus, die im Wald mit den anderen Tieren lebt, denkt sich einen Freund, den schrecklichen Grüffelo, aus. Bis er wirklich auftaucht. Aber die schlaue Maus weiß sich zu helfen.