Sprungschanze Eine K8 für die Jüngsten

Auch wenn die neue Schanze klein ist: Mut gehört zu jedem Sprung.
Auch wenn die neue Schanze klein ist: Mut gehört zu jedem Sprung. © Foto: Gabriele Böhm
Pfullingen / Von Gabriele Böhm 11.06.2018

Direkt neben der großen K30-Schanze sieht die kleine zunächst recht harmlos aus. Doch beim Näherkommen zeigt sich, wie viel Mut für die Kinder dazu gehört, die steile Anlaufspur hinunterzufahren, vom Schanzentisch aus zu fliegen, dann im Auslauf sauber zu landen und bis in die Wiese darunter zu sausen. Zwölf Meter beträgt laut Schanzenwart Oliver Schmid der Höhenunterschied.

Vier Monate hat es gedauert, bis die Skiabteilung die neue Schanze in Eigenarbeit mit Hilfe eines Baggers fertiggestellt hat. „Unser Dank gilt dem Konstrukteur Wilhelm ‚Hemme‘ Haydt“, sagte Gunther Vollmer, Abteilungsleiter der Skiabteilung. Rund 7000 Euro an Finanzmitteln und Arbeitszeit hat der Verein aufgebracht. Der Schanzentisch besteht aus Gabionen, steingefüllten Metallkörben, die Anlaufspur aus Holz und Plastik. Man landet auf Fransenmatten, die wie Schindeln über- und nebeneinander angebracht sind und deren verschiedene Farben als Markierungen dienen. Um den Reibungswiderstand gering zu halten, wird bewässert. „Passieren kann da praktisch nichts“, so Schmid. „Es sind ja mit einer Geschwindigkeit von zehn bis 15 Stundenkilometern keine großen Weiten zu erzielen. Beim Aufkommen sollte sich der Ski halt nicht verdrehen.“ Die Vorteile seien aber immens. „Man braucht beim Skispringen etwa zehn Jahre Training, um erfolgreich zu sein. Deshalb ist es gut, früh anzufangen.“ Dies bestätigte Christoph Klumpp, Cheftrainer des Deutschen Skivereins D/C-Kader in seinem Grußwort. „Es ist toll, dass mit eigenen Ideen etwas für den Nachwuchs getan wurde. Wir haben bei den Testfahrten die Freude und den Jubel der Kinder erlebt, die sich durch die K8-Schanze langsam an den Sport gewöhnen können. Wir selbst haben gleich mit 30 Meter-Schanzen begonnen und sind die Hälfte der ersten 50 Abfahrten auf dem Hosenboden gelandet.“

Christine Böhmler, stellvertretende Bürgermeisterin und selbst Sportlerin,  überbrachte die Glückwünsche der Stadt. „Es ist bemerkenswert, dass die Skiabteilung 70 Jahre lang besteht und, beispielsweise durch die neue Schanze, immer weiter ausgebaut wird.“ Durch die Olympiateilnehmer aus der Skiabteilung werde der Name der Stadt Pfullingen in die Welt hinaus getragen.

Ab etwa fünf Jahren dürfen Mädchen und Jungen die Schanze ausprobieren. „Je nach Erfahrung und Skigefühl“, so Oliver Schmid. Technisch sei die K8-Schanze wie die großen aufgebaut. Nach dem Absprung verläuft die Abfahrt etwa acht Meter konvex. Wer in diesem Bereich aufkommt, kann weich in den unteren, leicht konkaven Teil übergehen. „Je weiter man über die acht Meter hinauskommt, desto mehr wird man gestaucht“, erläutert Schmid. Trotzdem versuche man natürlich, so weit wie möglich zu kommen.

Am Sonntag fand auch gleich der erste Wettbewerb in drei Kategorien und drei Durchläufen statt, bei denen die Schanzenrekorde nur so purzelten. Die von den Zuschauern sehr bewunderten und mit Beifall belohnten Mädchen und Jungen starteten gut betreut und mit Schutzanzug und Helm auf kurzen Spezialskieern. Zwischenzeitlich hatten sie aber entdeckt, dass man auf den nassen Matten auch ohne jede Ausrüstung prima rutschen konnte. Nachwuchssorgen hat die Skiabteilung mit 692 Mitgliedern, davon über 50 Kindern und Jugendlichen, keine. „Aber man muss natürlich dranbleiben“, sagte Gunther Vollmer.

Am Freitag hat es auf der Skihütte einen Festabend für Mitglieder mit Familie und Freunden gegeben. Am Samstag kamen Dirndl- und Lederhosenfreunde mit DJ Ralf beim 4. Pfullinger Wasen auf ihre Kosten. Der Sonntag begann mit einem Weißwurstfrühstück, dem ein Actionday mit Schanzenspringen und einem Parcours für Kinder folgte.

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