Wenn Brigitte Werz, Irmgard Merz und Waltraud Fetzer von ihrem ehrenamtlichen Engagement für das Eninger Hospiz erzählen, leuchten ihre Augen und sie reden beinahe ohne Punkt und Komma. Und spätestens nach fünf Minuten ist dann auch der letzte Zuhörer überzeugt, dass es eine saumäßig gute Sache ist, was die drei Eningerinnen da auf die Beine gestellt haben.

Werz und Merz haben 2012 mit der Produktion von Herzkissen begonnen und ihre Einnahmen an den Förderkreis des Hospizes gespendet. Ursprünglich waren die bunten Kissen als Stützhilfe für Frauen mit Brustkrebs gedacht. Werz und Merz kaufen das Füllmaterial für die Kissen selbst (zirka 1,50 Euro pro Kissen), den Stoff bekommen sie meistens gespendet. In den letzten sechs Jahren ist die Nachfrage (und damit auch der Ertrag) enorm gestiegen. Während die Herzkissen 2012 noch 660 Euro einbrachten, waren es 2018 schon 2335 Euro, „unser absoluter Höhepunkt“. Ein Kissen kostet fünf Euro.

Zum privaten Verkauf auf diversen Festen kamen mit der Zeit auch viele andere Abnehmer. Beispielsweise die Gemeinde Eningen, die ihre 90-jährigen Jubilare mit einem solchen Kissen beschenkt. Oder verschiedene Altenheime  (im vergangenen Jahr waren es fünf Heime mit 327 bestellten Kissen). Oder die evangelische Kirchengemeinde, die vor zwei Jahren 120 Stück bestellte. Oder Privatpersonen, wie Barbara Dürr, deren Enkel sich über das „weltbeste Kissen“ freut.

Werz und Merz haben auch schon Mini-Kissen für eine Taufe gefertigt oder ein Kissen fürs Eninger Standesamt. Einmal habe eine junge Frau, die ins Hospiz kam und wusste, dass sie nicht mehr lange lebt, viele Kissen gekauft und an ihre Freunde verschenkt. „Sie wollte ein Andenken von sich verschenken“, erinnerte sich Werz. „Der Pfarrer hat uns auch mal von einer Frau erzählt, die mit ihrem Herzkissen begraben werden wollte“, fügte Merz hinzu.

Zu Werz und Merz gesellte sich vor drei Jahren dann auch Waltraud Fetzer, die ebenfalls nähen und damit Gutes tun wollte. Seitdem stellt Fetzer Lavendel-Duftkissen her. Den Lavendel dafür sammelt sie im eigenen Garten, manchmal darf sie auch in anderen Gärten schneiden oder eine Freundin aus Kroatien beliefert sie. 2018 konnte sich Fetzers Bilanz ebenfalls sehen lassen: 130 verkaufte Säckchen, macht 270 Euro fürs Hospiz.

Nun konnten die Näh-Damen ihren Scheck an den Förderkreis des Hospizes übergeben. „Das ist ein Leuchtturmprojekt, so muss Ehrenamt ablaufen“, freute sich Barbara Dürr, stellvertretende Bürgermeisterin von Eningen und stellvertretende Vorsitzende des Förderkreises. „Es ist toll, dass das Hospiz so in der Bevölkerung präsent ist und unterstützt wird“, ergänzte auch Hospiz-Leiter Andreas Herpich. Dr. Friedrich Vollmer, der Vorsitzende des Förderkreises, betonte, dass auch kleine Spenden sehr wertvoll sind. „Das alles ist für uns ein Zeichen, dass sich das Hospiz etabliert hat.“

Etabliert hat sich auch der Stand des Förderkreises auf dem örtlichen Weihnachtsmarkt. Und da insbesondere das selbst gemachte Schmalz und der mittlerweile 26 Meter lange Stollen, den Bäckerin Anika Schäfer und die Architekten von „Hank und Hith“ sponsern. Aus dem diesjährigen Verkauf gingen insgesamt 3500 Euro hervor, die beim Vorort-Termin im Hospiz ebenfalls per Scheck überreicht wurden.

Über fast 6000 Euro Unterstützung darf sich das Hospiz nun also insgesamt freuen. Geld, für das man gute Verwendung hat, wie der Leiter der Einrichtung verdeutlichte. Und die drei Näh-Damen? Die haben von ihrem Ehrenamt, ihrer Herzenssache, noch lange nicht genug, das war zu spüren.