Natur pur, Holzhütten, ein Kletterparcours, eine Grillstelle, Dutzende spielende Jungen und Mädchen – und kein einziges Smartphone weit und breit. Die Eiferthöhe, das Feriengelände des Eninger Ortsjugendrings, ist eine komplett handyfreie Zone. Und das nicht ohne Grund. „Wir möchten, dass die Kinder sich hier miteinander beschäftigen, dass sie aufeinander achten. Sie sollen nicht abgelenkt sein“, erklärt Norbert Rauscher, einer der ehrenamtlichen Betreuer.

Nur übers Festnetz

Aber lässt sich das wirklich sechs Wochen lang – die „Eifi“ ist die ganzen Sommerferien über geöffnet – durchhalten? „Sagen wir mal so: Es wird akzeptiert und es gibt relativ wenige Diskussionen darüber“, sagt Rauscher und erntet prompt Widerspruch von der neunjährigen Leonie, die das Verbot „total blöd findet“. Denn ohne Handy kann sie ihre Mutter nicht anrufen und ihr sagen, wann sie sie abholen soll. Also muss das Mädchen das Festnetztelefon des Ortsjugendrings (OJR) benutzen. „Und dafür muss ich was zahlen“, sagt sie. „Aber anders geht’s eben nicht“, erläutert Rauscher, der schon seit über 20 Jahren Sommer für Sommer auf der Eifert-Höhe mithilft.

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„Ich bin damals über die Vereinsarbeit zu dem Ferienangebot gekommen“, berichtet der 55-Jährige, der eine ganze Urlaubswoche in die Arbeit auf dem Feriengelände investiert. Zusammen mit zwei anderen Betreuern ist er momentan „in einem richtig guten Team unterwegs“. Eines, das es selbst an einem Regentag schafft, gut gelaunt zu sein und jedes Anliegen der Kinder ernst zu nehmen. So wie das von Leonie, die gerade überlegt, was sie als nächstes unternehmen soll. Freundschaftsbändchen basteln? Ins Spielmobil mit der Leseecke gehen? Der Kletterparcours und das Trampolin fallen schon mal weg als Beschäftigungs-Alternativen, weil sie vom Regen rutschig geworden sind. Leonie könnte sich für alles begeistern. Denn auch wenn das Handy-Verbot ihr so gar nicht in den Kram passt, „sonst ist es hier ganz toll“, findet das Mädchen, das eines von gut 250 Kinder ist, die in diesem Jahr das Ferienangebot nutzen. Von Montag bis Freitag von 10 bis 17.30 Uhr ist das Gelände geöffnet. Gut 20 Ehrenamtliche – darunter langjährige OJR-ler, aber auch Praktikanten und Jugendliche, die selbst einst als Ferienkinder auf der Eifi waren – übernehmen die Betreuung, die sich allerdings nur auf das eigentliche Feriengelände bezieht. Das komplette Ferienprogramm mit seinen 63 Extra-Veranstaltungen stemmt der OJR zusammen mit der Gemeinde, aber auch mit vielen, vielen Einrichtungen und Vereinen. „Da sind unter anderem der Briefmarken-Club und die Modellbauer, die Tischtennis-Abteilung des TSV und die Bücherei dabei“, zählt Rauscher auf und verweist gleichzeitig auf ein Spendenprojekt, das der Ortsjugendring jüngst auf den Weg gebracht hat. Denn das Hauptgebäude auf der Eifi ist in die Jahre gekommen. „Wir müssen den Aufenthaltsraum neu gestalten“, berichtet er. Eine Heizmöglichkeit, ein Kaufladen und eine Spielküche sollen dazukommen. Und dafür braucht’s ein erkleckliches Sümmchen an Spenden. Projekt „Neugestaltung Aufenthaltsraum“ nennen die Ehrenamtlichen ihr Vorhaben, das beim nächsten Ferienprogramm schon umgesetzt sein könnte.

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OJR startet ein Spendenprojekt


Für die Neugestaltung des Aufenthaltsraums im Hauptgebäude der Eifi-Höhe braucht der OJR dringend Spenden auf das Konto mit der IBAN DE85 6405 0000 0000 5505 98, BIC SOLADES1REU.