Hochwasserschutz Eine Daueraufgabe

Betzingen / Carola Eissler 13.06.2018

Wieder hat das Hochwasser in den vergangenen Tagen Betzingen erwischt. „Es war nicht so schlimm wie 2016“, sagt Bezirksbürgermeister Thomas Keck. „Es kam weniger Wasser und die Menschen waren besser vorbereitet.“ Außerdem sei die Feuerwehr extrem schnell gewesen, betont Keck. Dass die Schäden im überschaubaren Rahmen blieben ist wohl auch der Tatsache geschuldet, dass die Anwohner in den vergangenen Jahren erheblich nachgerüstet haben. „Wir sind diesmal mit einem blauen Auge davongekommen“, so Thomas Keck.

Darauf allein will man sich in Betzingen in Zukunft allerdings nicht verlassen. Denn für die Anwohner entlang der Echaz wird die Situation inzwischen prekär. So manchem droht die Versicherung mit Rauswurf. Kecks Forderung an die Verwaltung: „Wir brauchen einen eigenen Pegel auf Höhe des E-Centers Scholl.“ Denn bislang gibt es nur den Pegel in Wannweil, der ja bereits viel weiter ermsabwärts liegt.

Hochwasserschutz ist eine Daueraufgabe für die Stadt Reutlingen. Starke Hochwasser gab es 2005 in Mittelstadt, 2008 in der Innenstadt, 2010 im Neckartal und 2013 entlang der Echaz. Im Juni 2016 waren die Innenstadt und das Zentrum von Betzingen stark von Überflutungen betroffen. Die Stadt Reutlingen hat in den vergangenen Jahren erheblich in den Hochwasserschutz investiert und diverse Programme aufgelegt. So wurde zum Beispiel in Betzingen die Hans-Roth-Brücke verbreitert, die Bereiche entlang der Echaz auf einem Kilometer naturnah ausgebaut. Für die Feuerwehr wurden zehn zusätzliche Pumpen beschafft sowie drei Schiebeboote. Die Einsatzpläne werden laufend fortgeschrieben, ein Flutinformations- und Warnsystem wurde eingeführt. Auch in der interkommunalen Zusammenarbeit hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan.

Seit 1998 hat die Stadt Reutlingen 15 Millionen Euro in den Hochwasserschutz allein in Sondelfingen investiert. Auch dieser Stadtteil war vom Starkregen am Montagabend besonders betroffen. In Betzingen könnten weitere Baumaßnahmen erfolgen, allerdings sind hier viele betroffene Grundstücke, die umgestaltet werden müssten, in Privatbesitz, die Verhandlungen gestalten sich nicht immer einfach, wie Thomas Keck und auch Bürgermeisterin Ulrike Hotz im Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss durchblicken ließen. In den Blick nehmen muss Reutlingen zudem die gesamte Situation auch flussaufwärts.

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Hochwasserereignisse innerhalb von einer Woche hatten die Stadt und die Feuerwehr zu bewältigen. Am 7., 10. und 11 Juni liefen Keller voll und die Echaz trat über die Ufer.

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