Betriebsbesichtigungen für Geflüchtete bieten die ekz.bibliotheksservice GmbH (20. Juni) und die Erbe Elektromedizin GmbH (3. Juli) an. Dabei können die Flüchtlinge ein Unternehmen und verschiedene Berufsfelder kennenlernen. Von der Herstellung von Werkzeugen für die Bearbeitung von Metall über die Ausstattung von Bibliotheken mit Medien, Möbeln, Technik und Zubehör bis hin zur Herstellung von chirurgischen Systemen und Instrumenten wird in den Betriebsbesichtigungen ein breites Spektrum der M+E-Industrie und darüber hinaus geboten.

Initiiert wurde das Vorhaben vom Integrationslotsen des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Markus Singler, in Kooperation mit dem Projekt K.I.O.S.K., einer Anlaufstelle zur Berufsorientierung für geflüchtete Jugendliche und ehrenamtlich Aktive.

Kontakte knüpfen

„Mit den Betriebsbesichtigungen können sich die Geflüchteten einen Eindruck von der Arbeitswelt in Deutschland machen und besser entscheiden, welchen Beruf sie hier ergreifen möchten“, erläutert der Geschäftsführer der Südwestmetall-Bezirksgruppe Reutlingen, Dr. Jan Vetter. „Gleichzeitig können die Betriebe Kontakte zu zukünftigen Bewerbern herstellen.“ Viele von ihm betreute Unternehmen würden darin eine zusätzliche Chance sehen, Fachkräfte zu gewinnen, sagt der Südwestmetall-Integrationslotse Markus Singler: „Wenn auch oft die Schul- und Fachkenntnisse der Geflüchteten nicht immer mit dem deutschen Standard vergleichbar sind, so wird von vielen Unternehmen, die schon Flüchtlinge beschäftigen, immer wieder deren hohe Lernbereitschaft und die große Motivation lobend erwähnt.“

Die Bereitschaft der Unternehmen, sich an diesem Projekt zu beteiligen, spreche für deren Offenheit und gesellschaftliches Engagement, sagt Vetter. „Die Unternehmen in der Region sind sehr engagiert hinsichtlich der Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen, gerade was die Ausbildung betrifft“, weiß der Arbeitgebervertreter. „Doch durch jüngste Medienberichte über Abschiebungen aus der Ausbildung heraus sind sie zunehmend verunsichert ob ihrer zukünftigen Bereitschaft zur Aufnahme von Geflüchteten.“

Hier gelte es, die im Integrationsgesetz verankerte „3+2-Regelung“ einzuhalten, appelliert  Geschäftsführer Vetter an die Landesbehörden.