Reutlingen Ein Wechsel kann sinnvoll sein

Reutlingen / SWP 09.03.2012
Top-Qualität, einen hervorragenden Service und persönliche Sparvorteile wünschen sich alle Versicherten von ihrer Krankenkasse. Um die passende Krankenkasse zu finden, kann manchmal ein Wechsel Sinn machen.

Was ist dabei zu beachten? Welche Fristen müssen eingehalten werden? Hans Willi Kies, Geschäftsführer der AOK Neckar-Alb, beantwortet wichtige Fragen rund um einen Wechsel der Krankenkasse.

SÜDWEST PRESSE: Herr Kies, wer darf die Krankenkasse wechseln?

HANS WILLI KIES: Grundsätzlich können alle gesetzlich Versicherten ihre Krankenkasse wechseln. Dazu sind allerdings einige Grundvoraussetzungen zu beachten. Man muss mindestens 18 Monate Mitglied der Krankenkasse gewesen sein, bei der gekündigt werden soll - diese Bindungsfrist gilt auch bei einem Wechsel des Arbeitgebers oder der Fusion einer Krankenkasse.

Nach dem Kassenwechsel sind die Versicherten erneut 18 Monate an ihre "neue" Krankenkasse gebunden. Ausnahme: Schließt man bei einer Krankenkasse einen Selbstbehalt oder Bonustarif ab, kann mit Abschluss eine weitere Bindungsfrist von bis zu drei Jahren in Kraft treten. Erhebt die Krankenkasse jedoch einen Zusatzbeitrag oder erhöht diesen, hat der Versicherte immer ein Sonderkündigungsrecht. Diese Kündigungsmöglichkeit ist auf die ersten zwei Monate nach Inkrafttreten der Erhöhung begrenzt. Dieses Sonderkündigungsrecht gilt selbstverständlich auch, wenn durch eine Fusion ein Zusatzbeitrag erhoben wird.

Welche Fristen sind dabei einzuhalten?

HANS WILLI KIES: Sowohl bei ordentlicher Kündigung als auch bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts beträgt die Kündigungsfrist zwei Monate zum Monatsende (Kündigungsmonat plus zwei Monate).

Wie funktioniert die Kündigung?

HANS WILLI KIES: Die Mitgliedschaft bei der aktuellen Krankenkasse kann formlos schriftlich gekündigt werden. Die bisherige Krankenkasse ist verpflichtet, bis spätestens zwei Wochen nach Eingang der Kündigung eine Kündigungsbestätigung auszustellen. Die neue Krankenkasse stellt bei Vorlage der Kündigungsbestätigung eine Mitgliedsbescheinigung aus. Diese Bescheinigung müssen Beschäftigte in der Kündigungsfrist vorlegen - erst dann wird die Kündigung wirksam.

Wann macht Ihrer Meinung nach der Wechsel Sinn?

HANS WILLI KIES: Grundsätzlich macht ein Wechsel immer dann Sinn, wenn man mit seiner bisherigen Krankenkasse nicht mehr zufrieden ist. Zu den häufigsten Wechselgründen gehören unter anderem eine bessere Erreichbarkeit, innovative Versicherungsprodukte und die Vermeidung eines Zusatzbeitrages. In jedem Fall ist es ratsam, die Angebote der einzelnen Krankenkassen genau zu vergleichen und mit den eigenen individuellen Bedürfnissen abzustimmen.

Wichtig finde ich hierbei, dass man sich dabei aber auch in Lebenssituationen versetzt, in denen man auf die Leistungen seiner Krankenkasse angewiesen ist. Wenn man sich zum Beispiel die Situation vorstellt, dass bei einer schweren oder sogar lebensbedrohlichen Erkrankung eine schnelle, lebenssituationsbezogene Versorgung vor Ort organisiert werden muss, ist eine gut erreichbare, eine wohnortnahe Krankenkasse mit kundenfreundlicher und persönlicher Beratung Gold wert.

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