Bühne Ein Traumspiel und die Winterreise von Weimar bis Merkel

Sie gestalten das Programm der Theateroffensive Reutlingen, untere Reihe v. links: Karen Schultze (Dramaturgin Tonne), Enrico Urbanek (Tonne-Intendant), Sophie Kalmbach (Kreissparkasse),  Mitte: Elisabeth Petsch (Kulturamt), Axel Krauße (Zimmertheater-Intendant), Thorsten Weckherlin (LTT-Chef); hinten: Stefan Hallmeyer (Lindenhof) und Kulturamtsleiter Dr. Werner Ströbele.
Sie gestalten das Programm der Theateroffensive Reutlingen, untere Reihe v. links: Karen Schultze (Dramaturgin Tonne), Enrico Urbanek (Tonne-Intendant), Sophie Kalmbach (Kreissparkasse),  Mitte: Elisabeth Petsch (Kulturamt), Axel Krauße (Zimmertheater-Intendant), Thorsten Weckherlin (LTT-Chef); hinten: Stefan Hallmeyer (Lindenhof) und Kulturamtsleiter Dr. Werner Ströbele. © Foto: Kathrin KIpp
Reutlingen / swp 25.10.2017

Die Erfolgsgeschichte geht weiter“, sagt der Reutlinger Kulturamtsleiter Dr. Werner Ströbele. Sein Amt hält die Fäden in Sachen Theateroffensive in der Hand. Im 21. Jahr zeigen die vier Theater der Region Neckar-Alb nun schon, was sie jeweils an starken Stücken so anbieten – als Gastspiel in Reutlingen oder im eigenen Haus.

Bei der obligatorischen Theateroffensivparty im Kleinen Saal der Stadthalle präsentieren am kommenden Samstag, 28. Oktober, außerdem alle vier Bühnen „Appetithäppchen“ aus ihren aktuellen Programmen. Plus Aftershowparty mit der Musik von „Waiting For Tom“ im Stadthallen-Foyer.

Die Theateroffensive ermöglicht ihren Abonnenten einen guten Rundumblick auf die Theater- Landschaft und die Inszenierungen der Region, weshalb auch 298 von 300 Abo-Karten schon weg sind – absoluter Rekord. Das Besondere dieses Jahr ist die erstmalige Bespielung des Tonne-Theater-Neubaus, der einiges mehr an Plätzen und Theater-Komfort zu bieten hat als die Planie 22. Und auf dessen Eröffnung sich alle freuen, auch die zukünftigen Gäste aus der Nachbarstadt, wie etwa LTT-Chef Thorsten Weckherlin.

Er findet es „ganz wunderbar“, dass sich Reutlingen „diesen Neubau leistet“, der „nach langer Vorarbeit nicht nur durch die Stadt“, sondern vor allem auch „durch die engagierten Leute des  Tonne-Theaters verwirklicht wurde. „Mit zwei Räumen: nicht zu groß und nicht zu klein“, die er mit seinem Landestheater, das ja von Reutlingen mitfinanziert wird, zukünftig so oft wie möglich bespielen will.

Und weil im Tonne-Neubau sehr viel mehr Kinder- und Jugendtheater geplant ist, unter anderem vom Jungen LTT und vom Theater PatatiPatata, wird dadurch die bisherige Kindertheateroffensive ersetzt. Nicht alle Stücke der Theateroffensive finden im Neubau statt, sondern auch am LTT oder in Melchingen. Wie immer kann dafür der Theaterbus genutzt werden.

Und auch das franz.K ist weiterhin mit von der Partie, dort startet der Theaterreigen am 13. November mit der „Stubenoper“ „Der verreckte Hof - Gesänge in einer sterbenden Sprache“ (Georg Ringsgwandl) vom Theater Lindenhof.

Die schwäbisierte Geschichte „spielt auf einem kleinen Hof und verhandelt doch die große Welt“ und zeigt „unser modernes Leben zwischen Selbstverwirklichung und Burnout“. Ziemlich ausgebrannt, bevor‘s überhaupt richtig losgeht, sind auch die Protagonisten aus Lutz Hübners „Richtfest“, das den Offensiv-Abonnenten am 13.12. im LTT präsentiert wird: eine Komödie über eine Baugenossenschaft, die sich schon zerstreitet, noch bevor überhaupt ein Stein herbeigeschafft wird.

Am 27. und 28. Januar 2018 geht‘s dann mit den Melchingern auf eine neue „Winterreise“, eine Wiederaufnahme nach 20 Jahren: Peter Härtling hat damals seine eigene Flüchtlingsschaft und Suche nach Sinn und Heimat verarbeitet. In der aktuellen Version werden außerdem die  Flüchtlings- und Heimatsuchbewegungen thematisiert, mit einem heterogenen und international zusammengesetzten Ensemble geht’s sowohl auf den Himmelberg als auch zum Integrationstest in den Lindenhof: „Ein Theaterspaziergang voller starker Bilder, Poesie und Musik“. Die Tonne wiederum präsentiert am 27. und 28. Februar die Revue „Von Weimar bis Merkel – eine musikalische Reise durch ein Jahrhundert deutscher Geschichte“ von Heiner Kondschak im Theaterneubau. Das LTT schlägt dann mit Goethes „Faust I“ zu: das Sternchenthema ist am 20./21. März im Neubau zu sehen. Eine Kooperation zwischen Tonne und Württembergischer Philharmonie ist das musikalische Drama um einen KZ-Orchester-Geiger: „Through Roses“.

Das Tübinger Zimmertheater zeigt von August Strindbergs „Ein Traumspiel“ (7./8.Mai). Und als Stargast kommen am 22. Juni 2018 Mechthild Großmann und die Lautten Compagny Berlin in die Stadthalle. Mit „Die Abenteuer des Don Quichote“, erzählt aus der Sicht des Pferdes und musikalisch begleitet von einem Barockensemble. Mechthild Großmann ist bekannt in der Rolle der kettenrauchenden Staatsanwältin im Münster-Tatort.

Theateroffensive: Termine in der neuen Spielzeit

Die Theateroffensive in der Region startet wieder. Folgende Termine stehen an: 28. Oktober: Theaterfest, Stadthalle Reutlingen; 13. November: „Der verreckte Hof“, franz.K; Reutlingen, 13. Dezember: Richtfest, Landestheater Tübingen, 27./28. Januar: Die Melchinger Winterreise, Theater Lindenhof Melchingen; 27./28. Februar: „Von Weimar bis Merkel“, Theaterneubau Jahnstraße 6; Reutlingen, 20./21.3: „Faust I“, Theaterneubau; 11./12. April: „Through Roses“, Theaterneubau; 7./8. Mai: „Ein Traumspiel“, Theaterneubau; 22. Juni: Mechthild Großmann, Stadthalle Reutlingen.

Einzelkarten gibt es im Vorverkauf, Restkarten an der Abendkasse.