Jubiläum Ein Ort, wo Mädchen auch rechnen dürfen

Schüler der Klasse 6c zeigen im szenischen Spiel „Schule gestern“ den Schulalltag von damals.
Schüler der Klasse 6c zeigen im szenischen Spiel „Schule gestern“ den Schulalltag von damals. © Foto: Alice Bühler
Rommelsbach / Alice Bühler 21.11.2016

„Die Lautstärke kann heute ein bisschen mehr wie 85 Dezibel betragen“, kündigt Sophie Grebner, ehemalige Schülerin des IKGs und Moderatorin des Abends an. Der Festabend im Gründungsmonat ist der krönende Abschluss einer ganzen Reihe von Aktivitäten, die das IKG im Jubiläumsjahr auf die Beine gestellt hat. Eröffnet wird er mit einem imposanten Auftritt des Schulorchesters.

Auf Initiative einiger Reutlinger Bürger war 1841 die „Höhere Privattöchterschule“ gegründet worden. Schüler der Klasse 6c stellten einige Situationen aus dem Schulalltag zur Zeit der Gründung nach: „Schule gestern“. Die Darbietung zeigte, wie das Schulleben damals vor allem für Mädchen war. Sie mussten Hausarbeiten wie Stricken und Nähen lernen, während das Lesen und Rechnen den Jungen vorbehalten war. „Lieber heute beim 175 jährigen Jubiläumsfestival dabei sein, als damals vor 175 Jahren dabei gewesen zu sein“, sagt OB Barbara Bosch bei ihrer Ansprache. Im Laufe der Jahre ist das Gymnasium mehrmals innerhalb des Stadtgebiets umgezogen, da es aus allen Nähten platzte. Seit 1938 trägt die Schule nun den Namen der Dichterin und Schriftstellerin Isolde Kurz.

Das große Jubiläumsfest dient „als Endpunkt einer ganzen Reihe von bemerkenswerten Ereignissen“, sagte Bosch. Im Februar begann alles mit den Aufführungen des Schultheaterstücks „Zeit für Wandel“ im franz.K. „Wir sind insgesamt stolz darauf, das IKG in unserer Schullandschaft zu haben“, betonte Bosch. „Alles Gute auf dem weiteren Schulweg“.

Christian Alber und Dominik Behling (Kursstufe zwei) verzauberten die 260 Gäste anschließend mit Klavierstücken von Frédéric Chopin und Franz Liszt. Auch der junge Schüler Tan-Elias Deile konnte die Gäste durch seiner Klavierdarbietung mit Stücke von Joseph Haydn, Karl Michael Komma und Frédéric Chopin für sich einnehmen.

„In der Geschichte der Schule gibt es viele Ereignisse, die des Feierns wert sind“, merkte Schulleiterin Gabriele Häfele an. „Tatsächlich gehen wir heute aber ganz an den Anfang zurück, nämlich zur allerersten Nennung der Schule, die heute das Isolde-Kurz-Gymnasium ist“. Am 23. November 1841 wurde die damals „Höhere Privattöchterschule“ zum ersten Mal offiziell in einer Zeitung erwähnt. Der Dank von Häfele galt besonders den Schülern, die geholfen haben, den Abend so bunt und abwechslungsreich wie möglich zu gestalten: „Wir freuen uns besonders, dass ihr da und dabei seid, denn schließlich seid ihr die Motivation für all unsere Arbeit“, betonte Häfele.

„Das IKG präsentiert sich heutzutage als ein modernes Gymnasium mit einer hervorragenden Ausstattung, das mit seiner erfolgreichen pädagogischen Arbeit einen guten Ruf in der Reutlinger Schullandschaft genießt“, lobte Thomas Reichenmiller, leitender Regierungsschuldirektor am Regierungspräsidium Tübingen. Er wünscht der Schule „ein ebenso erfolgreiches Gedeihen und Wirken wie in den vergangenen 175 Jahren“.

Das weitere festliche Programm gestaltete sich durch einen Auftritt des Kammerorchesters, einer Darbietung des Mittel- und Oberstufenchors, einer Theateraufführung von „Pinnocchio“ auf Italienisch, einem Auftritt von Jasmin Onaca mit dem Song „Living Ghost“, einem Poetry Slam zum Thema Schubladendenken von Mira Uhde und einer abschließenden musikalischen Darbietung von „Happy Birthday“ vom Lehrerchor in sechs verschiedenen Variationen gesungen. Nach dem abwechslungsreichen und bunten Programm durften sich die Gäste auf ein Festessen, Tanz und Tombola freuen.                 Alice Bühler