Volkshochschule Ein Ort der Bildung und Begegnung

MdL Thomas Poreski, Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann, Eugen Schäufele, Vorsitzender des Vereins für Volksbildung und Dr. Ulrich Bausch, Geschäftsführer der VHS Reutlingen, waren zu Gast beim VHS-Jubiläum.
MdL Thomas Poreski, Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann, Eugen Schäufele, Vorsitzender des Vereins für Volksbildung und Dr. Ulrich Bausch, Geschäftsführer der VHS Reutlingen, waren zu Gast beim VHS-Jubiläum. © Foto: Gabriele Böhm
Reutlingen / Von Gabriele Böhm 18.03.2018

Das sucht seinesgleichen in anderen Städten!“, sagte Dr. Susanne Eisenmann. Die Kultusministerin würdigte am Freitagabend das 100-jährige Bestehen des Vereins für Volksbildung Reutlingen. Auf den Tag genau vor 100 Jahren, am 16. März 1918, hatte der Reutlinger Textilunternehmer Emil Gminder den Verein maßgeblich mitbegründet. Beim Festakt in der VHS wurde auch das Bestehen des heutigen VHS-Gebäudes seit 30 Jahren gefeiert.

„Das Vereinsjubiläum bedeutet auch 100 Jahre Grundlagenarbeit für Bildung“, so Eisenmann. Volkshochschulen seien Orte der Weiterbildung, der inhaltlichen Auseinandersetzung, der Begegnung und der gesellschaftlichen Integration. „Es ist wichtig, Wissen zu vermitteln, damit Bürgerinnen und Bürger Dinge selbst einschätzen können.“ Dieses Urteilsvermögen sei die Grundlage der Demokratie, die täglich neu erkämpft werden müsse. „Wir als Land stehen zu unseren Volkshochschulen.“

Auf die Reutlinger Volkshochschule, so die Oberbürgermeisterin Barbara Bosch, sei man „stolz wie Bolle“. Schon Gminder habe gewusst, dass Bildung eine Investition in die Zukunft sei, die eine hohe Rendite erziele. Bereits damals habe es eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Verein für Volksbildung und der Stadt gegeben. „Diese Verantwortung übernimmt die Stadt noch immer.“ Von den Aufwendungen von 6,32 Millionen Euro jährlich trage die Stadt 2,24 Millionen. Der Beschluss zum Neubau des heutigen Gebäudes sei bereits am 14. Januar 1978 gefasst worden. „Bis Sie dann die Räume beziehen konnten, dauerte es noch einmal zehn Jahre“, sagte Bosch. Sie dankte allen Verantwortlichen, vor allem dem langjährigen Geschäftsführer Dr. Ulrich Bausch, für die „herausragend gute Arbeit“. Ihm zur Seite stünde eine große Anzahl hochqualifizierter Beschäftigter. „Schwaben haben keine Bodenschätze, deshalb sind die Schätze im Kopf.“ Abschließend wünschte Bosch: „Machen Sie einfach so klasse weiter.“

Dr. Hermann Huba, Direktor des Volkshochschulverbands Baden-Württemberg, wartete mit beeindruckenden Zahlen auf. „Im Bundesdurchschnitt leisten die Volkshochschulen pro 1000 Einwohner 218 Unterrichtsstunden. In Baden-Württemberg sind es 284 Stunden, bei den größeren Volkshochschulen im Land 358 und in Reutlingen 622.“ Über 600 Kurse zum Thema Bewegung und über 300 Kurse zur Entspannung zeigten, dass die VHS viel für die Gesundheit leiste.

Eugen Schäufele ist aktuell Vorsitzender des Vereins für Volksbildung Reutlingen, unter dessen Dach außer der VHS auch Sternwarte und Planetarium, Abendgymnasium und Musikschule Reutlingen vereinigt sind. Zur VHS gehören neun weitere Einrichtungen wie die Abendhauptschule, die Jugendkunstschule, die Design+Kunst Akademie „dekart“, die Zeitenspiegel-Reportageschule und seit 2018 auch die Emil-Gminder-Akademie. „Wir werden seit Jahren großzügig vor allem durch die Karl-Danzer-Stiftung, Dr. Carl-Heiner Schmid und viele weitere Sponsoren aus der Privatwirtschaft unterstützt“, so Schäufele.

Auch die Stadt habe von Anfang an zum Verein gestanden. „Es ist eine sehr zuverlässige Zusammenarbeit.“ An Dr. Eisenmann gewandt sagte Schäufele: „Wir sind dankbar, dass sich unser Zuschuss erhöht hat und sich damit allmählich dem Bundesdurchschnitt annähert.“ An die Adresse des Landtagsabgeordneten Thomas Poreski erging die Hoffnung, der Landtag möge „die entsprechende Weichenstellung vornehmen“.

Der Film „Mehr vom Leben“, gedreht von der Filmhochschule Ludwigsburg, ließ die Geschichte des Vereins Revue passieren. In der anschließenden Talkrunde sprach Moderatorin Bernadette Schoog  mit Dr. Ulrich Bausch, dem langjährigen Dozenten Siegbert Allgaier sowie zwei Absolventinnen, die die VHS als Sprungbrett einer erfolgreichen Karriere genutzt hatten. „Wir sind dafür da, Menschen wohnortnah Bildung zu vermitteln“, so Bausch.

Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgten einige bereits sehr erfolgreiche Gruppen der Musikschule.