Reutlingen Ein Fest, das zusammenführt

Beim gemeinsamen Trommeln entdeckte so mancher seine musikalische Begabung.
Beim gemeinsamen Trommeln entdeckte so mancher seine musikalische Begabung. © Foto: Leister
Reutlingen / Norbert Leister 03.07.2018

Viele Mitmachtangebote, jede Menge beste Unterhaltung, Leckeres zu essen und zu trinken – das war einmal mehr das Pomologie-Spektakel am Sonntagnachmittag in Reutlingens grüner Lunge, in der Pomologie. Erneut hatten Baff, Feder und Kaffeehäusle ein Fest auf die Füße gestellt, das laut Rosemarie Henes Menschen zusammenführte, ohne dass Einschränkungen, Benachteiligungen, Behinderungen oder Handicaps eine Rolle spielten.

Bestens zu beobachten und zu erleben war das etwa beim gemeinsamen Trommel-Workshop unter strahlend blauem Himmel, „das ist gerade so, wie in Afrika“, bemerkte Henes als Hauptorganisatorin des Pomologie-Spektakels rund um das Kaffeehäusle herum. Wem die Hitze ein wenig zusetzte und wenn die verzweifelte Suche nach einem Schattenplatz zur Haupttätigkeit wurde, der konnte mit den Erinnerungen an so manch verregnetes Fest in den zurückliegenden Jahren die Erfahrung machen, dass sich am Sonntag das Sommerwetter mit einem leichten Wind gleich deutlich besser aushalten ließ. Und es gab ja auch jede Menge zu tun, beim Filzen, Instrumente basteln, das Jugend-Rot-Kreuz informierte über seine Arbeit und auch Markus Christ war mit seiner Holzkiste vor Ort. Er versuchte mit Unterstützung der Gäste und Beschäftigten von Baff, Feder oder Kaffeehäusle Freiwillige zu animieren, „in die Kiste zu steigen“, wie Christ das schmunzelnd ausdrückte. In der Box konnte dann  jeder darstellen, was er wollte und wurde dabei gefilmt. Nach dem Zusammenschnitt aller Präsentationen gibt’s einen Film, der laut Christ dokumentiert, „wie unterschiedlich Menschen doch sind“.

Bevor zum Schluss des Festes am Sonntag einmal mehr gemeinsames Singen auf dem Programm stand, spielte zu Beginn das Camping Orchester flotte Weisen auf. Getrommelt wurde im Übrigen unter Anweisung von Francis Ssentumbwe. Wer aber gar nicht aktiv werden wollte, sondern einfach einen gemütlichen Nachmittag in angenehmer Atmosphäre bei Kaffee, Kuchen, kalten Getränken oder Gegrilltem verbringen wollte – der konnte sich etwa die Aufführungen von den „Blue Poisons“ ansehen, einer Cheerleader-Gruppe, bei der auch Rollstuhlfahrerinnen dabei sind. Ebenso beim Hip-Hop einer TSG-Gruppe war Inklusion ganz selbstverständlich dabei. Und: obendrein spielten zwei Bands aus der Kulturwerkstatt, bei denen eines – wie schon zuvor bei den Gruppierungen – im Vordergrund stand: das Miteinander. Ob musikalisch, tänzerisch oder auch beim Zuschauen und Spaß haben. Wo Inklusion ganz einfach zur Nebensache wurde.

„Natürlich kann man sich heute auch über die Arbeit von Feder, Baff oder Kaffeehäusle informieren“, betonte Rosemarie Henes. Ehrenamtliche Unterstützer werden nämlich immer gebraucht.

Gleiches galt auch für die Kreuzkirchen-Gemeinde, die mit ihrem Projekt „Lebenswert“ in der Pomologie einen Stand aufgestellt hatte. Gabriele Blum-Eisenhardt und Otto Haug verwiesen auf die große Vielzahl an Gruppen, die sich im Bereich der Kreuzkirche zusammengefunden haben und auf weitere „Mitmacher“ hoffen.

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