Reutlingen Ein Fest der Völkerverständigung feiern

Tom Dillenhöfer (rechts) hat es mit Unterstützung von Eberhard Stäbler, Andreas Hausammann und Heike Stäbler (von links) geschafft, das internationale Chorprojekt "time to celebrate" auf die Beine zu stellen. Foto: Jürgen Spieß
Tom Dillenhöfer (rechts) hat es mit Unterstützung von Eberhard Stäbler, Andreas Hausammann und Heike Stäbler (von links) geschafft, das internationale Chorprojekt "time to celebrate" auf die Beine zu stellen. Foto: Jürgen Spieß
Reutlingen / JÜRGEN SPIESS 12.06.2013
Am Samstag wird die Stadthalle zum Mekka des Chorgesangs: Vier Gospelchöre aus drei Ländern fusionieren für zwei Großkonzerte zum XXL-Chor. Das Projekt "time to celebrate" vereint 500 Stimmen.

Wie bringt man 500 Gospelsänger aus 20 Nationen auf gemeinsame Linie und unter einen Hut? "Das klappt wunderbar, auch wenn sich die Sänger am vergangenen Sonntag zum Teil zum ersten Mal begegnet sind", berichtet Tom Dillenhöfer, der drei der vier beteiligten Chöre leitet und als verbindendes Glied für das Gesamtprojekt verantwortlich ist.

Dillenhöfer, im Hauptberuf Architekt in Stuttgart, hat bereits als 17-Jähriger eine Chordirigenten-Ausbildung absolviert. 2005 gründete er in Stuttgart das Chorprojekt "Gospel im Osten" (GiO), das mittlerweile auf 280 Sänger angewachsen ist. Nachdem der umtriebige Chorleiter 2010 zwei weitere Gospelchöre in Waldenbuch ("Gospel in St. Veit") und St. Gallen ("Gospel im Zentrum") ins Leben gerufen und das Stuttgarter Chormitglied Francisca Castro den Kontakt zu ihrem Heimatchor in Santiago de Chile vermittelt hatte, war die Idee eines internationalen, ökumenischen Gospelprojekts geboren.

Noch im selben Jahr reisten 30 Mitglieder des CiO-Chors für ein zweiwöchiges Chorprojekt nach Santiago de Chile: "Es war für uns ein eindrückliches Erlebnis, wie harmonisch dort unterschiedliche Menschen aus unterschiedlichen Glaubensrichtungen in einem Chor zusammen singen", erzählt Dillenhöfer, der auch den Gegenbesuch in die Wege leitete. 40 Mitglieder des Santiago Gospelchors sind nun seit Sonntag in Stuttgart und proben allabendlich gemeinsam mit den 75 Schweizer Sängern und den beiden Stuttgarter Chören für ihre Auftritte in der Reutlinger Stadthalle und tags darauf in der Stuttgarter Liederhalle. Zudem wird den ausländischen Gästen ein Rahmenprogramm geboten, und sie sind umsonst bei Gastfamilien untergebracht.

Trotz großer ehrenamtlicher Unterstützung kostet es insgesamt 58 000 Euro, das Projekt auf die Beine zu stellen. Zuwendungen von Sponsoren, Teilnehmerbeiträge und die erhofften Spenden des Publikums an den beiden Konzertabenden sollen das Vorhaben finanzieren. Einer der Sponsoren, der sich ebenfalls finanziell beteiligt, ist die Freie Evangelische Schule Reutlingen (FES). Deren stellvertretender Schulleiter Eberhard Stäbler singt wie seine Tochter Heike und andere FES-Vereinsmitglieder im Stuttgarter Projektchor mit.

Begleitet wird der 500 Sänger starke Projektchor von einer fünfköpfigen Band und zwei Bläsern. Insgesamt 13 bekannte und unbekannte Gospelstücke umfasst das anderthalbstündige Programm, das die Organisatoren um Dillenhöfer als gemeinsames musikalisches und spirituelles Erlebnis feiern wollen und das vor allem der Völkerverständigung dienen soll. "So etwas hat es in Reutlingen noch nicht gegeben", versprechen der Chorleiter und Eberhard Stäbler unisono und rechnen mit einer vollbesetzten Stadthalle. Bis jetzt sind bereits mehr als 900 Karten vergeben. Wer die vier Gospelchöre live erleben möchte, sollte sich also schnell eine Karte bei der Freien Evangelischen Schule sichern.

Schon jetzt zeigt sich, welche Eigendynamik die Begeisterung für Musik entwickeln kann: Denn Singen verbindet völkerübergreifend, stiftet Gemeinschaft und bereitet nicht zuletzt viel Freude.

Info "time to celebrate" tritt am Samstag, 15. Juni, 20.15 Uhr in der Stadthalle auf. Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.

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