Es fühlt sich an, als ob es besser geworden ist“, sagte Jan-Uli Kilian am Samstagnachmittag, nach Abschluss der Stadtputzete, die in Reutlingen unter dem Motto "Flotte Feger" stand. In der Innenstadt und in allen Stadtteilen hatten rund 1300 Helferinnen und Helfer angepackt und dieses Projekt gelingen lassen.

„Weitere rund 1500 Kinder aus Kindergärten und Schulen sammeln noch unter der Woche“, berichtete Kilian weiter. Er fungierte als Projektleiter der Stadtputzete. Viele Vereine hatten sich unter dem Motto „Flotte Feger“ am Samstag vor allem in den Stadtteilen auf den Weg gemacht, um ihren Ort zu säubern. Hinzu kamen zahlreiche Feuerwehren, die ebenfalls bei der Aufräumaktion halfen. In und an der Echaz sorgten die Fischer für Sauberkeit. „Und die Zelle will auch putzen“, berichtete Kilian.

Es war die 18. Aktion dieser Art in der Achalmstadt. Besonderheit in diesem Jahr? Das Gefühl, es wäre besser geworden – also dass die Helfer weniger Müll gefunden hätten – sei mehrfach geäußert worden, sagte Kilian. Es gelte allerdings abzuwarten, ob das nur ein Gefühl war oder ob die Verschmutzung tatsächlich abgenommen hat: „Aber es könnte ja sein, dass Jugendliche tatsächlich mehr Umweltbewusstsein zeigen, wenn sie freitags auf die Straße gehen, um zu demonstrieren.“

60 Kubikmeter Müll gesammelt

Trotz des guten Gefühls war es immer noch ein ganzer Haufen Müll, der in diesem Jahr gesammelt wurde. So berichtete Kilian nach Abschluss der Stadtputzete von rund 60 Kubikmetern an Unrat, Müll und achtlos weggeworfenen Gegenständen aller Art – darunter auch einige Elektrogeräte. Außerdem: „Eine ganze Sammlung alter Autoreifen, ein Berg mit Fahrradreifen, jede Menge kleiner Schnapsflaschen, ein Staubsauger und ein Fernseher. Und die Fischer haben einen Motorradhelm in der Echaz gefunden.“ Ansonsten sei vor allem ganz viel Kleinmüll gesammelt worden, erläuterte er weiter.

Sozusagen ein Brennpunkt für leere Flaschen sei die Eishalle gewesen: Dort hätten die freiwilligen Sammler eine solche Anzahl gefunden, dass sie mehr als zwölf große blaue Säcke benötigten. „Es wurde gesagt, dass sich ein Flaschencontainer dort lohnen würde“, so Kilian.

Der offizielle Startschuss der Aktion fiel um 10 Uhr in der Pomologie – auch wenn die Müllsammler in manchen Stadtteilen schon früher begannen: in Sondelfingen bereits um 8.30 Uhr und in Gönningen um 9 Uhr. Am Glashaus in der Pomologie fand sich nach einem zögerlichen Start dann doch eine größere Gruppe von fast 50 Personen ein, die sich als „Flotte Feger“ betätigen wollten. Ein gutes Dutzend der Helfer kam von der Ahmadiya-Gemeinde. „Die jüngste Helferin ist wohl meine Tochter, sie ist drei Jahre“, sagte eine freudig strahlende Mutter.

Mitarbeiter der Technischen Betriebsdienste (TBR) verteilten vor dem Start Handschuhe, Müllsäcke, orangene T-Shirts und Müllzangen sowie Buttons. „Für solch’ einen Button erhalten Sie nachher im Betriebshof als kleines Dankeschön ein Vesper und ein Getränk“, erklärte Projektleiter Kilian.

Finanzbürgermeister Alexander Kreher betonte beim offiziellen Beginn der Aktion: „Die TBR putzt das ganze Jahr und sorgt für Sauberkeit in der Stadt – wir können aber auch selbst etwas dazu beitragen.“ Am besten wäre – seinen Worten nach – natürlich Müllvermeidung, also beispielsweise möglichst kein Plastik zu kaufen oder zu verwenden. Schon damit trage man viel  zum Umweltschutz bei, so Kreher.

TBR-Betriebsleiter Stefan Kaufmann befand: „Orange ist wichtig, orange ist toll.“ Damit hatte er zum einen auf die orangene Farbe der TBR-Fahrzeuge hingewiesen, gleichzeitig aber auch auf die T-Shirts mit dem Logo der „Flotten Feger“. Der schlimmste Müll sei Plastik, betonte auch Kaufmann. „Plastik verrottet über mehrere hundert Jahre hinweg nicht und taucht sogar in den Weltmeeren wieder auf.“ Als „ärgerlich und unnötig“ bezeichnete der Betriebsleiter das Verhalten vieler Menschen: Sobald eine Chipstüte oder Kekspackung leer sei, werde diese oftmals einfach achtlos weggeworfen.

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