Großalarm am Samstagnachmittag in Reutlingen, 30 Fahrzeuge der Feuerwehr rückten aus. Doch keine Bange: Es handelte sich um die im zweijährigen Rhythmus angesetzte Hauptübung der Jugendfeuerwehr Reutlingen in Zusammenarbeit mit DRK und Technischem Hilfswerk. 170 Nachwuchs-Feuerwehrler und Nachwuchs-Rettungskräfte im Alter von zehn bis 17 Jahren waren im Einsatz, diesmal auf dem Gelände der Firma Wafios am Heilbrunnen. Am Ende war nicht nur der Leiter der Jugendabteilung Andreas Bleher voll des Lobes, sondern auch Feuerwehrkommandant Harald Herrmann hob das große Engagemnet der Jugendlichen hervor. „Ich bin richtig stolz auf euch“, betonte er. Die Nachwuchskräfte hätten eine tolle Leistung erbracht. „Es war klasse, wie ihr zu Werke gegangen seid.“ Die Jugendarbeit der Reutlinger Feuerwehr sei großartig und vor allem über alle Stadtteile verteilt. 135 Mädchen und Jungen zählen zur Reutlinger Jugendfeuerwehr, 120 von ihnen waren am Samstag am Einsatz beteiligt.

„Bleibt dabei“

Beeindruckt von dem Geschehen zeigte sich auch Bürgermeister Alexander Kreher, der genauso wie zahlreiche Eltern dem Geschehen am Rande beiwohnte und sich vom Können des Nachwuchses überzeugte. „Bleibt dabei“, riet Kreher den Jugendlichen.

Ehrenamt Hauptübung der Jugendfeuerwehr

Clemens, Kevin, Pascal und Philipp sind vier der 170 Jugendlichen. Sie zeigten sich begeistert von dem Tag und der Herausforderung. „Es ist ein spannendes Gefühl, wenn man hier ankommt und dann zum Einsatz muss“, sagen sie. Denn die Jugendlichen wussten zuvor nicht, was sie erwartet und waren, ganz wie im realen Leben und unter realen Einsatzbedingungen, auf die Informationen ihres Einsatzleiters angewiesen.

Sechs Szenarien auf dem gesamten Wafios-Gelände mussten die Jugendlichen meistern. Da galt es, verletzte und eingeklemmte Personen unter einem Balken hervor zu holen, Brände zu löschen, mit der Drehleiter eine Person von einem Turm zu holen, Verletzte eines Autounfalls zu retten und noch einen Gefahrgutunfall zu meistern. „Wir üben unter realen Bedingungen“, sagt Feuerwehr-Sprecher Michael Reitter. „Die Menschenrettung hat für uns immer höchste Priorität.“ Ein Leitspruch, den der Nachwuchs eingeschärft bekommt. Nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Jugendlichen üben mit modernsten Einsatzgeräten. „So werden sie von uns bewusst an die Technik herangeführt.“ Das zahlt sich aus. Am Samstag jedenfalls saß jeder Handgriff und jeder wusste, wo er anpacken muss. Und dies, obwohl die Teams aus allen Stadtteilen bunt durchgemischt waren.

Herzstück der Wehr

Die Nachwuchsarbeit, Kinderfeuerwehr und Jugendfeuerwehr, zählt zum Herzstück der Feuerwehr Reutlingen. Und freilich hofft man bei der Freiwilligen Feuerwehr und der Berufsfeuerwehr, dass die Jugendlichen dann auch in späteren Jahren bei ihrem Engagement bleiben.

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Reutlingen/Pfullingen

Die Reutlinger Feuerwehr


Die Stadt Reutlingen verfügt über eine Freiwillige Feuerwehr und eine Berufsfeuerwehr. Die Freiwillige Feuerwehr besteht aus 13 Abteilungen. Sie rückt zwischen 500 und 600 Mal im Jahr zur Unterstützung der Berufsfeuerwehr aus. Die Kinderfeuerwehr besteht seit 2012 und ist für Kinder von sechs bis neun Jahren. Danach folgt für den Nachwuchs die Jugendfeuerwehr, die bereits 1990 gegründet wurde. Die Reutlinger Berufsfeuerwehr besteht seit 2004. Sie wird im Jahr rund 1400 Mal alarmiert.