Unterhausen Édith Piafs Leben - mitten drin

"Padam, Padam" - eine Melodie, die Édith Piaf 1956 stets begleitete. Asita Djavadi beschrieb das Leben der Piaf zwischen Himmel und Hölle. Foto: Jürgen Herdin
"Padam, Padam" - eine Melodie, die Édith Piaf 1956 stets begleitete. Asita Djavadi beschrieb das Leben der Piaf zwischen Himmel und Hölle. Foto: Jürgen Herdin
JÜRGEN HERDIN 29.10.2013
Mit Piaf, Brecht und Knef begeisterte Asita Djavadi ihr Publikum in der Kreissparkasse - beim 20. gemeinsamen Herbstkonzert mit der Gemeinde. Es war als hätte man die Piaf selbst kennenlernen dürfen.

Asita Djavadi singt nicht nur auf tief beeindruckende Weise Lieder der französischen Chansonette Édith Piaf (1915 bis 1963). Djavadi schildert in ihren Konzerten, manchmal in eher beiläufigen Anmerkungen, dann aber auch auf sehr dramatische Weise in Mimik und Gestik das Leben dieser körperlich so kleinen, aber künstlerisch so großen Frau. Djavadi bewegt sich in ihrem schwarzen Kleid durchs Publikum - und sucht mit ihren dunkel geschminkten Augen Kontakt. So war es auch in der Kreissparkasse in Unterhausen.

Zum 20. Mal bereits hatten die Gemeinde Lichtenstein und das Geldinstitut das Herbstkonzert organisiert. "Vier Stunden allein den herbstlichen Schmuck ausbringen muss da schon drin sein", erklärte Filialdirektor Peter Häußler mit einem zurecht zufriedenen Lächeln. Denn auch für die Dekoration gab es viel Lob der Besucher.

Vor allem aber waren diese hellauf begeistert vom Gesang und dem lebhaften Schauspiel Asita Djavadis. Die übrigens, ganz kokett - aber nur kurz - ihren gut eingeübten französischen Dialekt ablegt, und dem Publikum auf Schwäbisch begegnet: Sie stammt aus Ehingen, und sie lebt in Reutlingen.

Seit kurzem ist Djavadi Trägerin des Publikumspreises der Burgfestspiele Jagsthausen. Mit ihrer Piaf-Revue trat sie erst kürzlich in Berlin auf, wo sie früher studiert hatte und dort unter anderem im Theater des Westens und in der Komischen Oper aufgetreten war. Zu ihrem Solo-Abend hatte sie Jan Röck am Klavier dabei.

Édith Piaf war ein leidenschaftliches, lebensfrohes und gleichermaßen liebenswertes Biest, das - gesundheitlich oft schwer angeschlagen - durch viele Tiefen ging.

Und genauso wurde sie auch von der ebenfalls zierlichen Djavadi gespielt. Da durfte "Non, je ne regrette rien" - "nein, ich bedaure nichts!" natürlich nicht fehlen. Das Chanson hatte Piaf Ende der 50-er Jahre getextet, nachdem bei ihr eine schwere Krebserkrankung festgestellt worden war. Im zweiten Teil des Konzerts sang Asita Djavadi Brecht und Kurt Weill (Dreigroschenoper), Marlene Dietrich und Zarah Leander. Zum Abschluss gab es dann die "roten Rosen" von Hildegard Knef.