Betzingen DRK-Kreisversammlung: Andreas Glück löst Dieter Hillebrand ab

Betzingen / ANNE LEIPOLD 26.11.2012
Nach gut 13 Jahren als DRK-Kreisvorsitzender gibt Dieter Hillebrand das Steuerrad an die jüngere Generation weiter. Auf der Kreisversammlung wurde Andreas Glück zum neuen Präsidenten gewählt.

Einem Meer aus gelben Karten sah sich Andreas Glück in der Julius-Kemmler-Halle gegenüber. Alle 98 Delegierten des über 18 500 Mitglieder starken Vereins haben den FDP-Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Hechingen/Münsingen zum neuen Präsidenten des Kreispräsidiums, wie der Kreisverband mit der Satzungsänderung fortan heißen wird, gewählt. Auf Dieter Hillebrand, der nach über 13 Jahren zurücktrat, folgt ein "junger, bodenständiger Älbler", der nicht nur familiär vorbelastet ist: Sein Vater Horst Glück war Hillebrands Amtsvorgänger. Der 37-Jährige war als Zivildienstleistender beim DRK, entschied sich danach Chirurg zu werden - statt Lehrer für Biologie und Sport. Er arbeitete als Rettungssanitäter, hat Spaß an der Arbeit mit Menschen und war "gelinde gesagt sehr überrascht", dass er Hillebrands Nachfolger werden sollte.

Leicht fällt diesem die Abgabe des Amtes nicht. "Auf dem Weg hierher ist mir noch einmal bewusst geworden, was für eine schöne Aufgabe es doch ist, Vorsitzender eines Vereins wie diesem zu sein" und zwar "eines so vielfältigen, zuverlässigen und mit einem so wichtigen Auftrag versehenen Vereins". Er führte einige "Mosaiksteinchen unseres gemeinsamen Wirkens" auf: Der Umzug 1999 in die damals neue Geschäftsstelle kurz nach seinem Amtsantritt, den Bau der Rettungswache in Münsingen, den Start des spendenfinanzierten "Baby-Notarztwagens", das zehnjährige Bestehen der Tagespflege, den Bau des Seniorenzentrum in Oferdingen und damit der Einstieg in die stationäre Pflege und nicht zuletzt das neue Katastrophenschutzzentrum in Pfullingen sowie die Partnerschaft mit dem Roten Kreuz im litauischen Raseiniai. Der größte Lohn in seiner "durchaus zeitaufwendigen" ehrenamtlichen Amtszeit ist die "Rotkreuzfamilie", "den Zusammenhalt zu spüren und zu wissen, dass man sich auf solche Leute verlassen kann und zwar im Ehren- wie im Hauptamt".

An diesem Abend verabschiedete nicht nur Hillebrand sich aus dem Vorstand, ihm folgten zudem Gerhard Eisele und Gertrud Stefan, an deren Stelle Timo Merz und Eberhard Pilger treten. Erste Amtshandlung des neuen Präsidenten war es Stefan, die seit 2007 dem Vorstand angehörte, zu verabschieden. Sie gehört seit über 30 Jahren zum DRK und hat "zahllosen Menschen das Einmaleins des Helfens beigebracht", wie Glück sagte.

Eisele ist seit 39 Jahren im DRK, Mitbegründer des Ortsvereins Engstingen. Oberbürgermeisterin Barbara Bosch war beeindruckt von seiner "bemerkenswerten Rotkreuzkarriere" und zeigte "großen Respekt für dessen Einsatz". Als Vizepräsidentin des Landesverbands verlieh sie ihm die Ehrenmedaille des DRK- Landesverbands.

In ihrem Grußwort hob das Reutlinger Stadtoberhaupt auf die Wichtigkeit des Vereins ab und zeigte sich beeindruckt von der Motivation, die sie bei ihrem Besuch beim Rettungsdienst an Heiligabend immer wieder bemerke. Sie würdigte Hillebrands Engagement und seine Arbeit mit Augenmaß. "Es lohnt sich jede Minute, die man dort aufbringt."

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