Reutlingen Dringend benötigter Wohnraum

Auf dem Grundstück zwischen Sondelfinger und Robert-Bosch-Straße wird die GWG insgesamt 76 Wohneinheiten errichten, von denen auch Leute mit schmalem Geldbeutel profitieren sollen.
Auf dem Grundstück zwischen Sondelfinger und Robert-Bosch-Straße wird die GWG insgesamt 76 Wohneinheiten errichten, von denen auch Leute mit schmalem Geldbeutel profitieren sollen. © Foto: Repro: RN
Reutlingen / Von Ralph Bausinger  10.01.2019

Ausreichend Wohnraum zu schaffen ist eine der zentralen Herausforderungen, vor denen die Achalmstadt in den vergangenen Jahren gestanden hat. Und es ist ein Thema, das auch weiterhin die kommunalpolitische Agenda beherrschen wird. Allein 2018 hat der Gemeinderat die rechtlichen Voraussetzungen für den Bau von insgesamt 577 Wohneinheiten geschaffen.

In der letzten Sitzung vor der Weihnachtspause hat das Gremium den Weg für die Bebauung eines Grundstücks zwischen Robert-Bosch- und Sondelfinger Straße freigemacht. Die GWG will dort am südostlichen Rand des Stadtteils „Voller Brunnen“  76 Wohnungen bauen – Wohnungen, die auch für einen schmäleren Geldbeutel geeignet sind, wie Stadtentwickler Stefan Dvorak ausführte.

Drei Jahre hatte es vom Aufstellungs- bis zum Satzungsbeschluss gedauert. Die GWG will auf dem dreieckigen Grundstück eine Blockrandbebauung mit zwei sogenannten Punkthäusern (siehe Grafik oben) umsetzen. Diese geschlossene Bebauung hat den Vorteil, dass sie einen besseren Lärmschutz gegenüber der Sondelfinger Straße bietet. 30 Prozent der Einheiten werden als geförderter Wohnraum erstellt. Geparkt wird in einer Tiefgarage.

Dvorak durfte viel Lob für die Planung entgegennehmen. „Ihnen ist die Quadratur des Kreises gelungen“, lobte der FWV-Fraktionsvorsitzende Jürgen Fuchs den Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Vermessung. Er gehe davon aus, dass die GWG für eine ausgewogene soziale Verteilung sorge, sagte Fuchs, der Schnellladestationen auf dem Areal forderte.

Susanne Müller sprach ebenfalls von einer „sehr guten Lösung für ein kompliziertes Grundstück“. Der Innenhof solle zu einem Aufenthaltsraum für die Bewohner werden, erhofft sich die Stadträtin der Grünen und  Unabhängigen.

Offensive greift

„Wir haben Glück, dass die Wohnbauflächenoffensive greift“, zeigte sich Ramazan Selcuk erfreut. Diese Wohnungen würden, so der SPD-Stadttag, dringend benötigt. Auch die FDP unterstützte das Vorhaben. Regine Vohrer erinnerte allerdings daran, dass dies das letzte grüne Stück in diesem Bereich sei. „Wir müssen darauf achten, dass wir nicht alles Grün zubetonieren.“

Daneben hat das Gremium  zwei weitere Auslegungsbeschlüsse für Bebauungspläne in den Stadtbezirken gefasst. In Sickenhausen sollen auf einem städtischen Grundstück an der Hohenstaufenstraße insgesamt 54 Wohnungen entstehen, wovon 30 Prozent öffentlich gefördert werden. Dazu kommen insgesamt 72 Stellplätze in Tiefgaragen, sowie 14 oberirdische und sechs öffentliche Stellplätze. Weitere 40 Wohneinheiten, darunter 19 Einfamilienhäuser, sind in Altenburg im Bebauungsplan „Nördlich Moselstraße“ vorgesehen. Beide Vorhaben billigte das Gremium ohne Gegenstimme, Holger Bergmann (Grüne)  enthielt sich beim Sickerhäuser Bauvorhaben.

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