Reutlingen Dramatische Schwanen-Rettungsaktion am Breitenbachsee

Schwanen-Rettung am Reutlingern Breitenbachsee.
Schwanen-Rettung am Reutlingern Breitenbachsee. © Foto: Dimitri Drofitsch
Reutlingen / Giovanni De Nitto 23.01.2019

Auf dem Markwasen, ein 85 Hektar großer Sport- und Freizeitparkt mit mehreren Seen und Tümpel, hat sich seit mehreren Jahren eine Schwanenfamilie angesiedelt.

Nun kam es am Breitenbachsee, der größte der Markwasen-Seen, zu einer sehr betrüblichen Szene: Ein Hund ist auf einen der beiden älteren Schwäne losgegangen und hat das Tier durch einen Biss schwer verletzt. Jäger Matthias Bögle entdeckte auf einen Reviergang rund um den Markwasen das verletzte Tier, welches von seinen Familienmitgliedern rührend umsorgt und seit der Verletzung nicht alleine gelassen wurde.

Es schien auch, dass der Schwan im Eis des Breitenbachsees festgefroren war, dementsprechend handelte der 56-Jährige Jäger umgehend: „Der Schwan war schwach, verletzt und hätte mit Sicherheit nicht noch eine Nacht in der Kälte überlebt“, so Bögle, der nach Absprache mit dem Kreisveterinäramt eine Rettungsaktion initiierte.

18 Einsatzkräfte im Einsatz

Schnelle Hilfe fand Bögle bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG), Abteilung Wasserrettungsgruppe Neckar-Alb. Die 18 rein ehrenamtlichen Einsatzkräfte verlagerten kurzerhand ihr wöchentliches Rettungstraining an den Breitenbachsee, um den verletzten Schwan zunächst zu bergen und im Anschluss in medizinische Obhut zu übergeben. Die Einsatz- und Strömungsretter sind speziell für die Eisrettung geschult und hatten zur Unterstützung verschiedene Rettungsmittel, wie Überlebensanzüge oder Rescue Sleds, mitgebracht. Nach mehrstündiger intensiver Suche bei starken Minusgraden, auf und rund um den Breitenbachsee, wurde die Suche aber abgebrochen. „Unsere Einsatzkräfte haben alles ausgeschöpft und ihr Möglichstes getan, aber leider ohne Erfolg“, erklärte Konrad Steibli, seines Zeichens Sprecher der Wasserrettungsgruppe Neckar-Alb. Die drei verbliebenen Schwäne verharrten während der gesamten Suchaktion regungslos in der Mitte des zugefrorenen Sees aus. Hatten Sie eine böse Vorahnung?

Gesundheitszustand sehr kritisch

Jäger Bögle konnte sich das Verschwinden des Schwans nicht so recht erklären, mutmaßte und hoffte aber, dass vielleicht ein Mensch den weißen Entenvogel gefunden und zu einem Tierarzt gebracht hat. Deshalb telefoniere Bögle am nächsten Morgen die Tierpraxen in der Region ab und der besorgte Jäger wurde auch fündig: Der Schwan wurde von einem Tierschützer gefunden und zu einem Tierarzt gebracht. Allerdings hatte sich der Gesundheitszustand rasant verschlechtert, die Behandlungen schlugen nicht mehr an und der Schwan wurde eingeschläfert. „Es ist unglaublich schade und leider auch nicht der erste Todesfall eines Schwans aufgrund von Hundebissen im Markwasen“, erklärt Bögle. Wie der Jäger berichtete bestand die Schwanenfamilie am Breitenbachsee einst aus fünf Jungschwänen, doch zwei wurden bereits in der Vergangenheit von Hunden angefallen und starben auch an ihren Verletzungen. „Die Tiere sind hier die vielen Menschen gewohnt, die sind viel zutraulicher.“ Was nicht immer ein gutes Ende hat. Acht Rehe und ein junger Schwan wurden in Matthias Bögles Revier 2018 von Hunden getötet, zwei Schwäne wurden verletzt. Das ist ein besonders brutaler Tod für die Tiere, sagt er, denn im Gegensatz zum Wolf haben Hunde keinen Tötungsbiss mehr. Die Tiere sterben qualvoll. Der Jäger ist kein großer Fan von freilaufenden Hunden, wie er offen zugibt.

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